Jugend in der EU – keine lange Erasmus Party

Whats AppDie Jungen sind für die EU und die Alten wollen an den Nationalstaaten festhalten. So wird häufig die doch etwas komplizierte Lage bei den Diskussionen zum Brexit dargestellt. Verblüffend ist dabei, daß sowohl die Alten als auch die Jungen recht wenig Faktenwissen über die EU haben und leicht auf die Stimmungsmacher und Stimmenfischer hereinfallen. Selbstverständlich sind die Alten dumm, sie haben meist ja eine viel kürzere Schulbildung erhalten und beteiligen sich wenig am Mediengedröhn.

Die Jungen in der EU genießen die vielen Vorteile wie Freizügigkeit, kostenloses Studium an den Universitäten andere Länder, das von der EU durch Standardisierung von Studiengängen und Stipendien unterstützt wird. Man erlebt speziell in Deutschland eine kindliche Zuversicht daß die EU alle Schwierigkeiten im Zusammenleben der Menschen in verschiedenen Staaten gelöst werden können. Natürlich muß man dafür das Klima und die Eisbären in der Arktis retten. Mit Realpolitik beschäftigt man sich eigentlich nicht. Wichtig ist dass man in Youtube viele Likes für allerlei absurde Aktivitäten erhält und man stetig Meldungen über WhatsApp an Freund und Feind verschickt.

Die Mächtigen ist diese moderne Biedermeier Ära sehr willkommen – kann man dann doch entspannt regieren. Schon immer mussten sich die Mächtigen etwas einfallen lassen um die häufig rebellieren Jugend im Schach zu halten. In fast allen Weltreligionen findet man das Gebot „Du sollst Deinen Vater und Mutter ehren“ – deshalb bezeichnen sich Diktatoren so gerne als Vater der Landeskinder, in Demokratien ist die Mutter der Nation ähnlich wie in Deutschland stark im kommen.

Die Unmut der jungen Männer wurde gerne beim Militär aufgefangen. Die jungen Leute waren auch noch stolz, daß sie der Nation dienen durften und sie nichts mehr zu sagen hatten.Für die jungen Frauen gab es die (Staats)Religion mit Pfarrern als Kontrollinstanz. Jeder Machtapparat legte Wert auf eine Jugendorganisation. Die Hitlerjugend war eine Säule des Nazisystems (Bericht eines Zeitzeugen). Typisch war, daß die Jugendlichen eine Selbstverwaltung, natürlich nur auf den unteren Ebenen, erhielten. Wenn der Fähnleinführer zu den Eltern kam, hatten diese bei ihren Kindern nichts zu melden. Es wurden quasi-militärische Rituale eingeführt und natürlich eine eigene Musik. Die Jugendlichen waren davon so begeistert, daß bis in die siebziger Jahre hinein sich deutsche Emmigranten und deutsche Juden, die vor dem Naziregime geflüchtet waren, mit Nachkriegsflüchtlingen in Kanada trafen um gemeinsam Nazilieder zu singen. Besonders beliebt das Lied „Jugend voran“. Die Nazis hatten die Organisation der kommunistischen Jugend und den Pfadfindern abgeschaut. In der DDR wurde sofort nach dem Krieg wieder eine Kommunistische Jugend gegründet (prominentestes Mitglied Frau Merkel) mit der gleichen Organisation, neuen Parolen und einer neuen Führerin – Margot Honnecker.

Die heutige Jugend will natürlich nicht glauben, daß sie von den Mächtigen, wer immer das ist, genauso manipuliert wird, wie altersher. Wichtig ist daß sie den Wahlurnen fernbleiben oder Parteien wählen, die das herrschende Machtgefüge nicht in Frage stellen.

Da die Jugend in Deutschland wohl auf viele Jahre hinaus eine Minderheit bleiben werden gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit: sie müssen ihre Eltern, Großeltern und Verwandten überzeugen ihre Belange an den Wahlurnen zu vertreten – WhatsAppen wird da wohl nicht ausreichen. Von der Politik ist wohl keine Hilfe zu erwarten.

Ein schönes Vorbild für Veränderung durch Wahlen ist Baden-Württemberg: da haben die älteren Frauen die CDU vom Thron gestoßen.

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