Das weltweite Problem der Jungdrohnen

Drone

Drohne Biene

Die Klagen über die Jungen, die Ärger machen, das Alter trotz strenger Gebote nicht achten und wie die Drohnen bei den Bienen ohne Arbeit in den Tag hinein leben, sind seit dem Altertum nicht verstummt. Die Gesellschaften haben sich viele Methoden einfallen lassen wie sie dem Problem der zu starken Bevölkerungsentwicklung speziell bei den Jungen lösen. Die klassische Landwirtschaft konnte die zusäzlichen Arbeitskräfte in Normalzeiten nicht aufnehmen. Die Mädchen wurden als billige Arbeitskraft im Haus der Eltern oder reicher Bürger bis zur Ehe beschäftigt, die meist nicht zu lange bis zum Tod im Kindbett dauerte. Die Knaben wurden bevorzugt in die Armee gesteckt – Dienstzeiten von 5 Jahren waren durchaus üblich. Hatte man eine genügend große Armee aufgebaut konnte man Kriege führen, wodurch die Zahl der Jungen effizient reduziert wurde. Bevorzugt trug man die Kriege im Ausland aus. Wer sich bei Kriegs- und Beutezügen bewährte, wurde als Held gefeiert. Alexander der Große (der klassische Antänzer) war hier Vorbild für die Militärs – seine Raubzüge finanzierten sich durch Beute und Anwerbung von Soldaten bei den Besiegten von selbst. Wollte ein Land selbst nicht Krieg führen, verkaufte man die jungen Männer als Söldner (Schweiz, Schweden u.a.). Zur Kontrolle des Bevölkerungswachstums wurden auch subtile Methoden entwickelt. Die Religionen verpflichteten die Gläubigen z.B. zur Keuschheit vor der Ehe, die nur Begüterte eingehen durften. Ledige wurden auch im Westen wie im Osten gerne in Klöstern still gelegt.

Mit dem Beginn der Industrialisierung brauchte man viele billige Arbeitskräfte in der Industrie. Sogar Immigranten waren z.B. im Ruhrgebiet willkommen! Auch für den Wiederaufbau nach verlorenen Kriegen konnte man das Wachstum der Bevölkerung brauchen.

Die Rationalisierung der Produktion von Gütern durch neue Technologien und weltweite Arbeitsteilung verhindern heute, daß sinnvolle Arbeitsplätze für Jugendliche geschaffen werden. Damit die Jugend (und ihre Eltern) in der Arbeitslosigkeit nicht rebelliert, hat man den Mythos der „Ausbildung für Alle“ etabliert. Wer sich wie früher der Adel „bildet“ und zum Teil über 30 Jahre auf Einkommen und selbstbestimmtes Leben verzichtet, soll danach durch gute Jobs und hohes Einkommen entschädigt werden. Für die Generation der Eltern in Deutschland hat dieses Modell noch funktioniert. Inzwischen wachsen aber auch in weniger entwickelten Ländern immer mehr Akademiker nach, für die es keine Arbeitsplätze gibt.

Die OECD wirbt seit Jahren dafür, die Zahl der Akademiker in Deutschland (28% der Bevölkerung) zu erhöhen, da diese für die Entwicklung und die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft entscheidend sein sollen. Nachdenklich macht aber, dass z.B. das von Krisen und Arbeitslosigkeit geplagte Irland laut OECD eine Akademikerquote von 39.7% hat. Einsam an der Spitzel bei der Akademikerquote ist laut OECD mit 53.5% überraschenderweise Russland! Rund ums Mittelmeer werden heute Millionen von Akademikern ausgebildet, für die es im eigenen Land und auch im Ausland keine Arbeitplätze gibt. In Algerien, Marokko und Tunesien hat man die jungen Leute mit Studienplätzen befriedet. Die Anforderungen an die Studenten wurden dabei wie in Deutschland abgesenkt. Offensichtlich noch nicht weit genug – die Studenten streiken jetzt für einfachere Prüfungen. Systematisch werden Professoren, die das Niveau nicht ganz auf Null in ihren Fächern absinken lassen wollen, auch in Deutschland als Exmatrikulator bekämpft.  Die Partei die Linke schlägt über den SDS eine detailliert, spektakuläre Aktion gegen Exmatrikulatoren vor. Offensichtlich will man auch in Deutschland russische akademische Verhältnisse schaffen. Ein marokkanischer Minister, dem ich vor Jahren einen Vortrag über IT unterstützte Lehre an Universitäten hielt, erklärte beim Mittagessen „Wir haben genug Architekten – wir brauchen Poliere!“ Die Lage hat sich seitdem wohl noch weiter verschlechtert.

Rund ums Mittelmeer hat sich ein akademisches Proletariat von „Jugendlichen“ gebildet, die im eigenen Land wenig Aussichten auf ein geregeltes Einkommen zur Gründung einer Familie haben. In vielen arabischen Ländern ist vor der Heirat ein hohes Brautgeld fällig. Sobald die Jungen protestieren werden sie als politische Flüchtlinge ins Ausland vertrieben. Sie werden wohl zum größten Teil nach Deutschland kommen wollen und hier den schwächeren deutschen Akademikern (oder ohne Beziehungen) die Arbeitsplätze streitig machen. Dabei werden auch in Deutschland in der nächsten Zeit die typischen „Soft Skills“ Mittelschichtberufe in Industrie und Verwaltung reduziert. Wachstum gibt es nur im öffentlichen Dienst und bei den sozialen Diensten aber nur solange, wie der produktive Teil der Bevölkerung genügend Steuern und sonstige Abgaben leistet.

Man wird sich in Zukunft wohl daran gewöhnen müssen, dass Putzfrauen Abitur und vielleicht sogar ein Diplom in Psychologie oder Betriebswirtschaft haben, weil sie in dieser Tätigkeit mehr verdienen als in ihrem Ausbildungsberuf. Immerhin verdient eine gute, angemeldete Putzfrau z.B. im Stuttgart 18 €/Stunde – ein Stundenlohn von dem viele Akademiker an Universitäten, der unterbezahlten Hölle,  nur träumen können. Sobald die deutsche Mittelschicht aber realisiert was von den Träumen ihrer Kinder letztendlich übrig bleibt, sind politische Unruhen in der Mitte der Gesellschaft zu erwarten.

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