Weimarer Republik reloaded – jetzt müssen alle zum Wahlkampf auf die Straße

DumpfbackenUnsere Politiker haben den Kopf beim Thema Flüchtlinge bereits abgeschaltet – jetzt werden Emotionen geschürt. Es wird erwartet, dass die Bürger ihnen mit schlechtem Beispiel nachfolgen. Kaum geht irgendeine Gruppe von Dumpfbacken mit einer Demo auf die Straße, werden die Bürger zu einer Gegendemo aufgerufen. Wer nicht mitmacht wird als Unterstützer der Dumpfbacken eingestuft. Bei den Gegendemos profilieren sich dann Politiker und Aktivisten, die sonst keinen Hund hinter dem Ofen hervor gelockt hätten. Der Protestbürger marschiert dann mit Tafelträgern und Schreihälsen (auch Trillerpfeifen sollen hilfreich sein), die gegen irgendetwas protestieren und verleiht mit seiner Anwesenheit den meist skurrilen Aufrufen Bedeutung. Diese Aufmärsche werden von Marketing Truppen der Parteien oder gewerblichen Info-Trollen „gemanaged“. Typisch ist z.B. die Demo gegen TTIP in Berlin, die von einer gewerblichen Protestagentur (versteckt sich hinter dem Verein Naturfreunde Berlin eV – sicher nicht mit dem Vereinszweck, der zum Erhalt der Gemeinnützigkeit in der Satzung steht, vereinbar! ) gemanaged wurde und sich damit für Aufträge der Parteien u.a. Geldgeber qualifizieren will. Den Machern der Protestagentur ist es dabei völlig egal gegen was und wen sie einen Protest organisieren. Schließlich will man ähnlich professionell arbeiten wie die US Info-Trolle.

Besonders wertvoll wird eine solche Gegendemonstration wenn sich ein paar der Dumpfbacken, gegen die man eigentlich protestieren will, bereit finden mit Bierflaschen und Fäusten zur Diskussion beizutragen. Dann sind Fernsehaufnahmen und Erwähnung in den Abendnachrichten gesichert.

Nach dem Protestmarsch kommt die Abschlusskundgebung bei denen geladene Gäste ihren Senf dazu geben. Dabei wird am Mikrofon gerne geschrien damit die Gegner richtig Angst bekommen und „das Volk“ motiviert wird. Die Protestbürger dienen dabei als Hintergrund für die Presse und YouTuber. Sagen dürfen die Bürger dabei natürlich nichts. (Nur knapp bin ich im B-W Wahlkampf 2012 einer Schlägerei entkommen als ein Bürger bei einer CDU Veranstaltung einige Behauptungen des Redners richtig stellen wollte. Bei Kohl wurde sogar eine Oma im Polizeigriff abgeführt. Da kennen Parteimitglieder und Sicherheitskräfte kein Pardon.)  Anschließend dürfen die Bürger dann nach Hause gehen ohne etwas politisch bewirkt zu haben. Schlaubürger sollten die Zeit lieber nutzen um  die Parteiprogramme der Parteien von 2011 und 2015 zu lesen und sich überlegen wem sie ihre Stimme geben wollen.

Schlaubürger marschieren nicht, sondern gehen wählen.

PS Auch die SPD Baden-Württemberg macht eine solche Veranstaltung in Stuttgart gegen Rassismus und Gewalt (wer kann denn da nicht dagegen sein). Dummbacken gehen am Samstag den 16. Januar nach Stuttgart zur Demo und tragen sogar ein von den Profis angefertigtes Schild und verleihen der SPD Wahlveranstaltung Gewicht. Die schaulustigen Einkaufsbummler werden noch als Hintergrundmenge für das Fernsehen vereinnahmt.

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2 Antworten zu Weimarer Republik reloaded – jetzt müssen alle zum Wahlkampf auf die Straße

  1. Pingback: SPD Kundgebung gegen Rassismus und Gewalt – Wahlveranstaltung unter fremder Flagge | Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

  2. alicegreschkow schreibt:

    These: Gegendemos sollen den Demonstranten des rechten Spektrums das Gefühl nehmen, sie seien die Mehrheit, was ihnen den Nährboden für mehr Terz nehmen würde.

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