Zweitwährung für Griechenland

Grafik EuroEine bewährte Lösung für Land, das zu viel Geld ausgibt ist die Zweitwährung. In Ländern mit eigener Währung wird die Inflation stark ansteigen, wenn die Regierung und die Bevölkerung zuviel Geld ausgibt. Das eigene Geld wird dann immer weniger wert und die Bevölkerung wendet sich dann automatisch einer stärkeren Währung zu.  In vielen Ländern mit schwacher Währung ist der US Dollar (z.B. Kuba, Simbabwe)  die starke Währung. In der DDR war die DM die Zweitwährung, die man brauchte wenn man ausländische Waren einkaufen wollte. In Europa wird gerne der Schweizer Franken als stabile Referenzwährung verwendet speziell für Kredite in Ungarn und Polen. Bei Reisen in Russland war es schon immer vorteilhaft einige US Dollar in der Tasche zu haben. In vielen Ländern wird z.B. nur in US Dollar gespart, weil die eigene Währung zu schnell an Wert verliert. Auch die Euro Bürger denken im Moment über alternative Währungen  nach!

Eine lokale Währung wird für Löhne und Gehälter und staatliche Leistungen geschaffen. Damit kann ein Land sowohl die Importe als auch den Abfluss von Kapital kontrollieren. Läßt die Regierung zu viel Geld drucken (schöpfen) dann merken die Bürger es durch die steigende Inflation und werden sehr schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Nach einiger Zeit pendelt sich das meist wieder ein und man kann die eigene Währung wieder an eine stärkere Währung anbinden. Dieses Konzept wurde z.B. in Brasilien mit dem REAL umgesetzt. Der Umgang mit einer Zweitwährung ist in Zeiten der Online Banken kein Problem. Länder wie Polen, Ungarn, Litauen u.a. haben bereits Erfahrung mit solchen Systemen. Man kann dort überall mit der EC Karte oder Kreditkarte bezahlen. Internationale Geschäfte werden sowieso in € oder $ abgewickelt.

In der EU gibt es zwar ein Verfahren wie man von der eigenen Währung zum EURO übergehen kann (z.B. hat Litauen zum Jahreswechsel 2015 den EURO eingeführt) es gibt aber kein geordnetes Verfahren wie man aus dem EURO wieder ausscheidet, wenn  der starke EURO der Wirtschaft des Landes schadet. Griechenland hat nur dann eine Chance auf Besserung, wenn z.B. Einkäufe von Luxusgütern im Ausland eingedämmt werden und die eigene Wirtschaft in kritischen Bereichen geschützt wird. Auch die Schweiz schützt z.B. ihre Bauern durch hohe Zölle auf Fleisch (und Grenzposten, die alle Grenzgänger kontrollieren). Investitionen in Griechenland  können nach wie vor auf Basis des Euro erfolgen, damit die Investoren nicht vor einem zu hohen Währungsrisiko abgeschreckt werden. Durch eine eigene Zweitwährung kann man auch verhindern, dass Hilfen von außen umgehend das Land wieder verlassen und in der Realwirtschaft nicht ankommt.

Die griechische Regierung kann dann „ehrenhaft“ über ihre Wirtschaft selbst entscheiden und zunehmend Geschäfte in der Starkwährung abwickeln und damit wieder in den EURO Raum zurückkehren. Erfahrungsgemäß werden Politiker und Bevölkerung sehr schnell vernünftig wenn sie die Folgen ihrer exzessiven Geldpolitik ausbaden müssen. Das ist dann echt erlebte Demokratie, in der man für sein Handeln auch verantwortlich ist.

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Eine Antwort zu Zweitwährung für Griechenland

  1. alphachamber schreibt:

    In Kambodscha und Vietnam, z.B. klappt es auch sehr gut.
    Grüße

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