CDU in Baden-Württemberg, die mit dem Wolf heulen

BNachdem die „Menschen“ landauf landab mit ihren Politikern immer unzufriedener werden, lohnt es sich einmal den politischen Nachwuchs anzusehen. Die CDU Baden-Württemberg hat nicht nur die letzte Landtagswahl, sondern auch ihren Star Stefan Mappus und mit Stuttgart 21 viel an ihrer Glaubwürdigkeit verloren. Grün/Rot ist nun an der Regierung und hat mit Winfried Kretschmann einen mehr als konservativen Frontmann, der im Lande noch weniger bewegt als die CDU in 20 Jahren. Damit macht er der CDU die konservative Kernkompetenz „ja nichts ändern“ streitig.

Interessant ist nun zu sehen, wen die CDU als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gekürt hat. Guido Wolf aus Tuttlingen (Kauder’s schwarze Heimat) hat sich gegen den Schwiegersohn von Wolfgang Schäuble durchgesetzt.  Damit setzt die CDU ähnlich wie die Grünen auf ein Landei, das bei der ländlichen Bevölkerung die notwendigen Stimmen holen soll. Politisch ist Herr Wolf auch als Landtagspräsident noch nie durch eine politische Meinung aufgefallen. Die CDU Anhänger loben aber die „rhetorische Brillanz“ und seinen „schwäbischen“ Humor. Ob die Baden-Württemberger 2016 einen Miniszterpräsidenten wegen seines Humors wählen ist allerdings unwahrscheinlich – der Schwabe lacht ja bekanntlich nur ungern. Zu den Wahlveranstaltungen kommen allerdings ja nur CDU Anhänger und die hätten sicher gerne mal wieder etwas zu lachen.

Interessant ist aber mit welcher Rhetorik die CDU Parteimitglieder sich zu Beifallsstürmen hinreißen lassen. Auf dem Parteitag wird der Neue von Thomas Strobl, dem Vorsitzenden der Partei angekündigt mit „Die schwarze Lokomotive kann abfahren, die CDU hat Dampf im Kessel“ Es scheint also direkt in 19. Jahrhundert zurück zu gehen. Nach dem Desaster mit Stuttgart 21 sollte die CDU eigentlich etwas zurückhaltend beim Thema Eisenbahn sein. Guido Wolf macht aber gerne auf Lokomotive – die Lokomotive ist er. Dann fallen markige Worte. Er verspricht „eine Koalition mit den Menschen dieses Landes“ (Offensichtlich haben sich die Grünen zu sehr um die Tiere gekümmert). Unklar bleibt aber wie die „Menschen“ eine Koalitionsvertrag mit Guido Wolfs Mannen machen können. Sätze wie „Ich brenne für Baden-Württemberg, deshalb will ich Ministerpräsident in Baden-Württemberg werden“ reißen die CDU Delegierten zu Beifallsstürmen hin. Es meldet sich aber niemand zum Löschen. Anschließend schimpft er auf die Fehlplanung bei S21 auf den Fildern – für die ja nicht die Grünen, sondern die CDU damals verantwortlich war. Danach geißelt er den Stillstand der Verkehrspolitik zu Recht – die Bauarbeiten bei S21 gehen wegen mangelhafter Planung der CDU Regierung nicht recht voran – da grüßt der WOLF den BER.

Treffliche Beispiele seines Humors sind Sätze wie: „Grün-Rot sitzt im Wartehäuschen, aber keiner holt sie ab“ (Dabei sitzt ja er selbst im Wartehäuschen!). Zur Mitmachkultur bei Grün-Rot (die es ja gar nicht gibt) „Mit Grün Rot macht man einiges mit …“ – da lacht die CDU Basis herzlich. In einer Stunde macht Guido Wolf keinerlei Aussage welche Ziele er politisch verfolgen möchte oder was er anders machen möchte als die Grün Rote Landesregierung. Keine Rede davon wie im Ländle Wohlstand durch Innovation erhalten und neu geschaffen werden kann. Industrie, arbeitende Menschen oder soziale Probleme  kommen bei Guido Wolf allenfalls in Plattitüden vor. Man will aber ähnlich modern sein wie der andere Guido.  Offensichtlich hat Guido Wolf die Merkel Strategie „Wer nichts sagt, erregt keinen Ärger“ schon perfekt verinnerlicht. Einem vernünftigen „Menschen“ kommt da das Grausen wenn die CDU Delegierten eine solche Rede mit viel Rauch aber ohne rhetorische Tinte im Füller mit frenetischem Beifall bedenkt.  Da kommen doch einige Erinnerung an Stefan Mappus hoch, der ähnlich frenetisch gefeiert wurde. Kritisches Denken hat in der CDU offensichtlich keine Heimat. In einer solchen Partei möchte man eigentlich nicht mitmachen. Schaut man sich dann noch die CDU Jugend, die Guido Wolf unterstützt, dann weiß man, dass in der CDU wohl keine Politiker heranwachsen, die auf die Herausforderungen einer sich schnell verändernden Gesellschaft in der globalisierten Welt angemessen reagieren können. „Menschen“, die ihr in Baden-Württemberg zur Wahl geht, lasst eure Hoffnung fahren.

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