Hochwasser – und schon wieder ist der Klimawandel schuld?

Mediterranean Cyclone 07 oct 1996 1202ZGrosswetterlage Vb (Wikipedia)

Auch früher hat man über schlechtes Wetter geschimpft, der Pfarrer führte dies auf die Sünden seiner Schäfchen zurück und die Bauern erhöhten die Preise ihrer Produkte. Heute ist man da weiter. Egal ob im Frühjahr die Jungstörche in der Kälte sterben (oder weil es zu wenig Frösche wegen großer Trockenheit gibt) oder Deutschland mal wieder im Hochwasser versinkt, immer muss der Klimawandel als Schuldiger herhalten.

Die Betrachtung des globalen Klimas ist wenig hilfreich, wenn man das lokale Wetter oder das Wetter im Einzugsgebiet von Flüssen wie Rhein, Donau oder Elbe analysieren will. Die Wissenschaft hat hierfür Grosswetterlagen definiert. Für das Hochwasser an Donau und Elbe war die Grosswetterlage Vb (oben abgebildet) verantwortlich, bei der feuchte warme Luft aus dem Mittelmeer nach Norden transportiert wird und dort auf Kaltluft trifft. Nun gibt es in Deutschland genügend hochbezahlte Wissenschaftler, die sich um solche Phänomene, die Überschwemmungen mit Milliardenschäden verursachen, kümmern oder kümmern sollten. Das Potsdam Institut für Klimafolgenschätzung(PIK), stellt sich gerne als letzte Instanz zum Thema Klima dar und wird auch mit viel Geld von der Politik unterstützt. Das PIK hat 2010 einen großen Bericht Katalog der Grosswetterlagen Europas (1881 – 2009)  herausgegeben. Hier wird in vielen Details dargestellt, wie sich die Grosswetterlagen in Europa über die Jahre verändert haben.

Das Fazit des Berichts:
In den vorliegenden Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass sowohl die
Häufigkeiten und Andauern der Großwetterlagen als auch die meteorologischen
Charakteristika der einzelnen GWL zeitlichen Änderungen unterworfen sind. Im letzteren
Fall sind die Änderungen zudem noch räumlich unterschiedlich ausgeprägt. Zusätzlich
konnte ein raum-zeitlicher Zusammenhang zwischen den Großwetterlagen und den
Nebeltagen in Deutschland aufgezeigt werden.

Keine Rede davon, dass sich die Großwetterlagen systematisch verändert hätten. Donnerwetter, das hätte ein Bürger, der täglich den Wetterbericht im Fernsehen verfolgt nicht erwartet (meist passiert beim Wetter ja mehr als in der Politik). Versucht man in dem Bericht Informationen zu der aktuellen Vb Wetterlage zu finden, so wird man enttäuscht. Obwohl im Jahre 2010 die Elbhochwasser von 2002 und 2006 sowohl bekannt als auch schon einige Jahre zurück lagen, findet man im PIK Bericht keinen Hinweis auf die Vb Grosswetterlage und die aktuellen Elbhochwasser. Ein schönes Beispiel für  Elfenbeinturm-Wissenschaft unserer Klimawissenschaftler.

Die wissenschaftliche Erklärung für dieses Versäumnis ist relativ einfach. Die PIK Forscher verwenden die Klassifikation der Grosswetterlagen nach Paul Hess und Peter Berzowsky. Dort gibt es die Vb Grosswetterlage nicht – ein Mittelmeertief liegt ja ausserhalb Europas! Nur die Österreicher nehmen sich der Vb Grosswetterlage in Österreich an – sie sind ja da auch öfter betroffen. Die Hagelversicherer behaupten, dass man eine Zunahme um 4% festgestellt habe. Allerding wird nicht berichtet in welchem Zeitraum die Zunahme erfolgte und ob die Häufigkeit oder die Regenmenge um 4% zugenommen hat. Im Bericht der Technischen Akademie Freiberg zu Meteorologischen Einflüssen auf die Entstehung von Hochwasser in Deutschland (Anne Förster) gibt es eine recht gute Zusammenfassung. Die angegebenen Quellen zur  Zunahme der Häufigkeit von Vb Grosswetterlagen sind aber im Internet nicht verifizierbar. Auf alle Fälle ist eine Schwankung von 4% der doch relativ selten auftretenden Grosswetterlage Vb aber statistisch nicht relevant. Der Zusammenhang der Großwetterlagen mit der Temperatur des Wassers im Atlantik (soll von 1960 bis 2009 um 0.5°  gestiegen sein) ist wohl schwierig nachzuweisen, man kann ihn aber auch nicht ausschließen. Eigentlich kommt das Wasser bei Vb ja aus dem Mittelmeer und nicht dem Atlantik. Man kann also beliebig über die Zusammenhänge schwadronieren.

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3 Antworten zu Hochwasser – und schon wieder ist der Klimawandel schuld?

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