Gerechte Steuern a la Napoleon – und die meisten zahlten mehr!

Ein Rheinbund Gewinner

Ein Rheinbund Gewinner

Laut Umfrage wäre eine Mehrheit der Anhänger der GRÜNEN sogar bereit mehr Steuern zu zahlen, wenn es „gerecht“ zugeht (und wenn sie mehr als 60 k€ im Jahr zu versteuern hätten). Ein ähnliche Begeisterung zeigten die Pfälzer als mit dem Rheinbund (1806 – 1815) die napoleonische Steuerschätzung eingeführt wurde. Zunächst einmal wurde natürlich nur das gemeine Volk gerecht geschätzt – der Adel, die wirklich Reichen blieben aussen vor. Die Schätzung basierte nur auf dem Besitz (Land, Haus, Vieh usw), die Arbeiter erhielten schließlich meist keinen Lohn sondern nur Kost & Logis. Nachdem die Schätzung abgeschlossen war, stellten die begeisterten Pfälzer dann fest, dass die neuen „gerechten“ Steuern viel höher waren als die alten „ungerechten“ Steuern. Zusätzlich wurden neue Lasten erfunden, die es vorher nicht gab. Ähnlichkeit mit den heutigen Verhältnissen sind rein zufällig.

Bemerkenwert ist, dass die Bemessungsgrundlage der Steuern der Reichen (die höchste Steuer) und die der Armen (die wirklich armen  hatten gar keinen Besitz und wurden auch nicht erfasst) um den Faktor 20 auseinander lagen. Da die Steuern und die übrigen Lasten den Pfälzern zu hoch waren, wanderten sie massenhaft u.a. nach Amerika und an die Donau im schönen Österreich-Ungarn (Donauschwaben) aus. An der Donau ging es sehr „gerecht“ zu. Jede Einwandererfamilie erhielt das gleiche Startkapital an Haus, Grund und Vieh. Alles war jetzt gerecht verteilt. Schaut man sich aber den Besitz dieser recht homogenen Gruppe nach zwei Generationen an, dann war der Scherfaktor zwischen Arm und Reich wieder 20. Das ist nicht weiter verwunderlich, da sich die Menschen, die Arbeit und die verwendete Technologie nicht geändert hatten. Ähnlich haben die Heimatvertriebenen nach 1945 etwa zwei Generationen gebraucht bis sie annähernd auf das Niveau der sesshaften Bevölkerung kamen.

Nimmt man diesen Faktor 20 als „natürliche“ Belohnung für die Tüchtigen in einer Gemeinschaft an, so dürfte der Chef einer Firma im Jahr 800 k€ Lohn erhalten, wenn ein typischer Arbeiter 40 k€ erhält. Das ist sicher nicht weit entfernt von dem heutigen Niveau der Einkommensunterschiede, die eine Mehrheit als gerecht empfindet.

Hoffentlich kommt unsere Generation unter den neuen Napoleonen nicht in die Lage, dass wir auswandern müssen wie die Pfälzer zu Zeiten des Rheinbunds. Die damalige bayrische Regierung hatte eine bessere Strategie als die Pfälzer. Sie verließen den Rheinbund schnell, nachdem ihr Regent einen Königstitel von Napoleons Gnaden erhalten hatte. Bayern war schon damals vorn und ihr Regent regiert auch heute noch immer mit der Attitüde eines Königs, der sich vom Rest des Bundes absetzen will.

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