Das Didi Prinzip – Banküberfall ohne Waffe

Geld_IntDie Euro Finanzkrise hat dazu geführt, dass sich nun auch „Normalsparer“ für die Finanzwirtschaft interessieren. Eine sehr gute Einführung in die Funktion einer Bank gibt Didi Hallervorden in seinem Sketch – Didi auf der Bank, Banküberfall mal anders! Konnte man früher darüber herzlich lachen, bleibt einem heute das Lachen im Halse stecken.  Inzwischen realisieren viele Bankkunden, dass ihr Geld gar nicht auf der Bank liegt sondern für andere arbeitet ohne dass die Besitzer davon einen Vorteil haben. Die heute erzielten Zinsen reichen nicht einmal aus, die Gebühren für die Kontoführung zu bezahlen. Hat man ein Sparbuch, so kann man sein Geld nicht einmal abheben wenn man will. Man muss sich wie in Zypern mit limitierten Beträgen/Monat abfinden.  Die meisten Bankkunden haben inzwischen realisiert, dass ihr Geld immer weniger wird, wenn es auf der Bank liegt. Sie haben auch das Gefühl dass Geld aus der Bank, genau wie im Didi Sketch, in dubiosen Kanälen verschwindet. Der Banküberfall ohne Waffen findet täglich statt und kommt in vielfältigen Verkleidungen (meist Business Anzug oder Kostüm oder unsichtbar über eine Transaktionen im Bankennetz) daher.

Wozu brauchen die Banken das Geld der Kunden eigentlich noch? Zur Ausleihe an Privatkunden und Unternehmen wird es offensichtlich nicht unbedingt gebraucht, ist doch die Summe Ausleihen meist 10x größer als die Kundeneinlagen und das Eigenkapital der Bank. Eines der Modelle, das einen großen Anteil an der Finanzmisere hat, sieht wie folgt aus:

Mit dem Geld der Kunden kauft die Bank Staatsanleihen des eigenen Landes aber auch von fremden Ländern. Diese Staatsanleihen gibt sie anschließend an die Zentralbank als Sicherheit weiter und erhält damit eine Kreditlinie bei der Zentralbank die etwa 10x so hoch ist wie der Wert der Staatsanleihen. Der Bank stehen damit große Summen für die Ausleihe an Kunden aber auch für Spekulationen zur Verfügung. Die Verknüpfung der Staatsanleihen mit den Kreditlinien der Banken bei minimalen Zinsen der Zentralbank ist die dominierende Ursache der Finanzkrise. Die Staaten verschaffen sich ihre Kredite und damit ein Leben auf Pump indem sie den Banken vorschreiben, dass Staatsanleihen bevorzugt als sichere Pfänder bei der Zentralbank akzeptiert werden. Damit entsteht eine brisante Kumpanei zwischen Politikern und Bankern. Die Banker brauchen Staatsschulden damit sie selbst Schulden machen können und die Politiker behaupten, dass ohne Staatsschulden die Wirtschaft mangels Geld zusammen bricht. Das ist bei dem  bestehenden Verfahren der Kreditwirtschaft auch richtig. Leider führt diese Methode aber zu immer höher steigenden Schulden, Erniedrigung der Zinsen und der Anforderung an Sicherheiten bei den Banken (quantitative easing) und letzendlich zum Kollaps des Systems.

Rette sein Geld wer kann. Didi hat sein Geld in Immobilien investiert und sich eine schöne Insel in der Bretagne gekauft. Er hat sich aber auch das Kabarett „Die Wühlmäuse“ in Berlin gekauft, weil er weiß, dass vor großen Krisen in Berlin immer eine große Sause veranstaltet wird und die Leute in schlechten Zeiten gern ins Kabarett gehen, damit sie wenigstens zwei Stunden etwas zu lachen haben. Wer sich die Fahrt nach Berlin nicht mehr leisten kann, sollte sich wenigstens Bertolt  Brecht’s “ Lied von der Unzulänglichkeiten des menschlichen Strebens“ in Youtube reinziehen bevor er einen Plan macht.

Idee:  Der Schuldenmacherei der Politiker könnte man sehr einfach steuern, wenn vorgeschrieben wird, dass bei jeder Staatsanleihe mindestens 30% der Anteile von den eigenen Bürger gekauft (Bundesschätzchen) werden muss, die dafür auch mit ihrem eigenen Geld geradestehen müssen!

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