Private Geldmacher – Inn-Taler und Bitcoin

Quelle: Wikimedia Coomons

Wir haben uns daran gewöhnt, dass der Staat und die von ihm geförderten Banken das Geld machen, mit dem wir täglich Leistungen kaufen und für unsere Leistungen belohnt werden. Tatsächlich kann jeder Geld machen indem er z.B. einen Schuldschein ausgibt. Man muss natürlich jemanden finden, der diesen Schuldschein akzeptiert. Zur Zeit kauft man nur Banken größere Mengen dieser Schuldscheine (Anleihen) ab.

Beliebt werden zur Zeit wieder lokale Währungen, die z.B. die Händler einer Stadt herausgeben. Prominente Beispiele dieser Geldart sind z.B. der Chiemgauer, der Inn-Taler u.a. Das Ziel der Initiatoren ist es, eine lokale Währung für den Handel in einer Region zu schaffen. Das hatten wir schon mal zu Zeiten der Inflation. Man kann die Währungen in kleineren Ländern wie Dänemark, Schweiz, Schweden, Norwegen, Litauen u.a. als lokale Währung betrachten. Die lokale Währung wird dabei immer durch Primärwährungen wie US $, €, Schweizer Franken ergänzt. In der DDR war die DM die Primärwährung. Bei hoher Inflation der lokalen Währung gehen die Länder zu Zahlungen in der Primärwährung über wie z.B. Simbabwe, das gerade seine eigene Währung Z$ abgeschafft hat und Zahlungen mit US $ legalisiert hat. Ohne Regionalwährung verliert die Regierung die Fähigkeit Import und Export über den Währungskurs zu regulieren.

Es gab auch schon viele Versuche „Web-Geld“ zu kreieren. Man hat es aber bisher nur geschafft die Webzahlungsmethode Paypal populär zu machen.  Amazon verdient damit gutes Geld weil keine Bank in der Lage war, einen ähnlichen Bezahlservice im Web zu etablieren. (Meine eigenen Versuche mit einer großen deutschen Bank sind schon vor 10 Jahren gescheitert!) Nun versuchen die Konkurrenten wie z.B. Apple auch ihre eigenen Zahlungssysteme zu etablieren.

Ein recht revolutionäres Ansatz für die Schaffung und das Management einer Währung ist Bitcoin. Das gesamte Währungssystem wird von den Benutzern verwaltet. Weder Regierungen noch Banken sind involviert.

Die neuen Währungssysteme stecken noch ziemlich in den Kinderschuhen – aber das war beim Web und bei PayPal auch einmal so. Es ist durchaus denkbar, dass mächtige Gruppen z.B. Banken und große Unternehmen sich eine neue Währung schaffen, um von der Politik unabhängig zu werden. Die FED in USA ist bereits eine Vorstufe zu einem solchen System, da das Währungssystem von Großbanken gemanged wird und die Politik immer weniger Einfluß auf die Schöpfung und die Verteilung des Geldes hat. Auch der Euro bewegt sich in diese Richtung. In vielen Ländern hätten die Bürger wohl mehr Vertrauen zu einer externen Währung als zu einer eigenen Währung, die von ihren korrupten Regierenden verwaltet wird. Die Finanzkrise im Iran mit galoppierender Inflation ist ein schönes Beispiel  dafür wieviel wirkungsvoller ein Wirtschaftskrieg als ein konventioneller Krieg ist. Die meisten Iraner hassen zwar die Amerikaner lieben aber inzwischen den doch recht stabilen Dollar.

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2 Antworten zu Private Geldmacher – Inn-Taler und Bitcoin

  1. gold account schreibt:

    Wer aktuell in Österreich wohnt und eine größere Ausgabe wie einen Hausbau oder den Kauf eines Autos plant, sollte also neben herkömmlichen Finanzprodukten über den Fremdwährungskredit Schweizer Franken nachdenken. Dieser ist zwar an eine gute Bonität gekoppelt, weshalb die meisten Schweizer Banken beim Fremdwährungskredit Schweizer Franken genauestens auf die gegebenen Verhältnisse achten – unmöglich ist der Erwerb vom Fremdwährungskredit Schweizer Franken natürlich nicht, so dass Sie sich in jedem Fall bei einem österreichischen Finanzinstitut über den Fremdwährungskredit Schweizer Franken informieren sollten.

  2. MartinGreenDolphin schreibt:

    Guter Artikel! Lokale Währungen und alternative Geldsysteme halte ich für eine gute Sache. Besonders um die Bankenabhängigkeit zu verringern.

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