Daten basierende Politik – gibt’s das?

Landauf, landab werden in Politik und Talkshows Argumente vorgebracht, die meist auf Ideologie gegründet und durch Ignoranz von Daten verfestigt werden. Ein Unternehmen, das so arbeiten würde, wäre wohl schnelll Pleite. Obwohl in Deutschland durchaus Statistiken erstellt und veröffentlicht werden ist man meilenweit z.B. von der politischen Praxis in Kanada entfernt, wo die vorhergesagten Wirkungen von Gesetzen statistisch überprüft werden.

Eine Sammlung guter Statistik Websites, welche die Daten auch verständlich aufarbeiten, ist bei der politischen Argumentation sehr hilfreich. Eine gute Quelle z.B. für Ländervergleiche ist die Site www.mappedplanet.com, die Daten aus verlässlichen Quellen gut darstellt.

Schaut man sich z.B. die von der Weltbank erfassten Ausgaben der Länder für Forschung bezogen auf ihr Gross Domestic Product GDP (ähnlich BIP)  an, so liegt Deutschland  mit 2.6% auf Platz 10. Griechenland mit 0.5%  Anteil der Forschungsausgaben auf Platz 53. Da sind wohl nicht viele innovative Produkte zu erwarten. Da wird das gängige Vorurteil wohl bestätigt.

Ganz anders als erwartet sieht es aus, wenn man den Anteil der Steuern bezogen auf das GDP anschaut. Hier liegt Griechenland mit 19.9 % auf Platz 53. Deutschland liegt dagegen mit 11.3% auf Platz 103. Die Griechen werden also mit einem erheblich höheren Anteil an Steuern gemessen am GDP belastet. Das Problem ist offensichtlich nicht die schlechte Steuermoral sondern das geringe GDP. Eine mögliche Erklärung könnte der hohe Anteil der Schattenwirtschaft in Griechenland sein, die weder beim GDP noch bei den Steuern erfasst wird. Ganz offensichtlich sollte man mit dem Vorwurf des unterdurchschnittlichen  Steueraufkommens in Griechenland etwas vorsichtiger sein.

Interessanterweise liegt ein anderer Euro Wackelkandidat, Irland, mit 25,4% Steuer/GDP auf Platz 18.  Das ist fast doppelt so viel wie in Deutschland. Eine mögliche Erklärung ist, dass Irland für viele Produkte das Einfallstor in die EU ist, weil dort die Steuern so gering sind. Kleinvieh macht aber offensichtlich so viel Mist, dass eine große Steuersumme zusammen kommt.

Schaut man sich noch einige andere Ländervergleiche an, so ist ganz offensichtlich, dass die Unterschiede in der Wirtschaft der EU Staaten so groß sind, dass man mit einer Fiskaleinheit, die spezifischen Probleme der einzelnen Länder nicht lösen kann. Da muss viel und gezielt an den spezifischen Problemen gearbeitet werden.

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