Auf den Cash Flow kommt es auch in der Politik an – nicht auf den Gewinn

Für Profis ist der Gewinn einer Aktiengesellschaft allenfalls für kurzfristige Anlagen interessant. Profis wissen, dass der Gewinn mit vielen Tricks gesteuert werden kann u.a. durch Sonderausgaben und -einnahmen, Verlagerung von Ausgaben in die Zukunft oder Kürzung der Investitionen usw. Beliebt ist z.B. der „Abschiedskuss“ – geht der CEO wird ein besonders gutes Ergebnis produziert, um ihm den Abschied zu erleichtern. Umgekehrt wird das erste Jahr beim Nachfolger meist schlecht – nur so kann er dann den Gewinn steigern und sich seine Prämien verdienen. Die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens kann man besser mit dem Free Cash Flow definieren.  Das ist vereinfacht gesehen das Geld, das übrig bleibt wenn das Unternehmen von den Einnahmen seine laufenden Kosten und die Kosten für Kredite abzieht. Mit dem Geld kann das Unternehmen nun Dividende an seine Aktionäre auszahlen, Aktien zurückkaufen, das Geschäft ausbauen oder in neue Geschäftsfelder investieren. Dabei muss man noch Sondereffekte berücksichtigen. Deshalb sollte man sich den FCF über mehrere Jahre anschauen.

Beim Vorzeigeunternehmen IBM wird ordentlich Cash generiert und zwar recht unabhängig vom aktuellen Umsatz.

Dabei wird offensichtlich auch wenig getrickst. Der IBM steht offensichtlich mit 14.7% der Einnahmen genügend Geld zur Verfügung um seinen Aktionären eine Dividende zu bezahlen (das weiß auch Warren Buffet) und zu investieren (wenn sie nur wüßten wo). Etwa 15% freies Geld sollte ein gut geführter privater Haushalt auch anstreben. Dann kann man ansparen (Sparrate in Deutschland 7.8%) und sich auch einmal etwas besonderes leisten.

Ganz anders sieht es bei unseren Haushalten in den Gemeinden, Ländern und im Bund aus. Die Einnahmen sind schon mehr als verplant bevor sie eingehen. Herr Schäuble muss z.B. schon bei „ungeplanten“ Ausgaben für den ESM von etwa 1% des Haushalts zusätzliche Schulden aufnehmen. Man sagt dann im Haushalt sei keine „Luft“ mehr. Eigentlich dürfte er 45 Milliarden € gar nicht verplanen sondern für Sparen (Rückzahlungen der Darlehen)  und unvermeidliche Sonderausgaben bereit halten. Ähnlich knapp sieht es bei den Ländern und Gemeinden aus. Richtig – man hat keine Luft zum Atmen mehr und ist Schwankungen im Einkommen und bei den Ausgaben hilflos ausgeliefert. Das ist aber politisch so gewollt. So muss man nämlich keinerlei unternehmerische Entscheidungen treffen. Alles ist so alternativlos und viel bequemer. Leider kann der Kunde Bürger keinen anderen Lieferanten für die aufgezwungenen Dienstleistungen der „offenen“ Hand wählen. Da muss er schon die Hände austauschen an Köpfe gar nicht zu denken.

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