Zwei-Klassen-Medizin Medizinische Dokumentation für Patienten

Privatpatienten werden bei den meisten Ärzten bevorzugt behandelt was nicht immer bedeutet, dass sie auch besser behandelt werden. Gerne werden sie von Ärzten auch als „Goldene Gänse“ betrachtet, die zur Aufbesserung des spärlichen Einkommens der Ärzte in unserem Gesundheitssystem gehalten werden. In Deutschland gibt es etwa  51 Millionen Kassenpatienten (mit Angehörigen 70 Millionen) und 9 Millionen Privatpatienten davon sind etwa 5 Millionen Beamte (so mancher auch schlecht bezahlt) einschließlich der Familienangehörigen, deren private Versicherung indirekt über Steuern auch von den Kassenpatienten bezahlt werden.

Nun kann man trefflich über die Probleme des  Zwei-Klassen Systems im deutschen Gesundheitswesen streiten, es gibt aber einige Klassenunterschiede, die man ohne großen Aufwand beseitigen könnte.

Bei ernsthaften Krankeiten wie Krebs, Herzinsuffizienz, Gelenke und Wirbelsäule u.a. betonen alle Selbsthilfegruppen, dass eine genaue Dokumentation der Diagnosen und der Behandlung für den Patienten sehr wichtig ist, besonders wenn mehrere Ärzte und Kliniken an der Behandlung beteiligt sind.

Privatpatienten erhalten in ihrer Rechnung eine recht genaue Liste der vorgenommenen Behandlungen und auch eine Diagnose, ohne die Privatkassen die Rechnung nicht bezahlen. Der Kassenpatient erfährt aber in der Regel nicht, welche Diagnosen erstellt und welche Leistungen mit mehr oder weniger Erfolg an seinem Körper erbracht wurden. Deshalb ist es oft schwierig Behandlungen zu rekonstruieren – speziell wenn Fehler bei der Behandlung aufgetreten sind. Die Behandlung der Kassenpatienten verläuft oft heute noch so wie früher, als der Patient nur von einem einzigen Hausarzt behandelt würde, der auch die gesamte Dokumentation in seinen Unterlagen aufbewahrt.

Nun geht es nicht darum einen Hausarzt zu zwingen, jeden Aktion handschriftlich zu dokumentieren und ihm noch mehr ausufernde Bürokratie aufzuladen. Die meisten Praxen verwenden heute PCs und die Daten werden unabhängig davon erfasst, ob der Patient privat oder bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist. Es wäre also ein geringer Aufwand dem Kassenpatienen ähnlich wie dem Privatpatienten eine ordentliche Dokumentation der Diagnose und der Behandlung zu übergeben, die ja sowieso für die Krankenkasse erstellt wird. Viele Ärzte maches das bereits auch für Kassenpatienten, die nach einer Dokumentation fragen.

Kassenpatienten kann man nur dazu ermutigen, selbst eine persönliche Gesundheitsakte anzulegen. Das kann man mit einer Mappe machen, in der Adressen und Telefonnummern der Ärzte, Praxen, Kliniken usw sowie die Arztbesuche dokumentiert und zumindest die Arztbriefe (von Arzt zu Arzt und Klinik zu Arzt) abgelegt sind. Etwas eleganter ist es schon wenn man die Gesundheitsakte auf dem PC führt. Ganz elegant kann man die Gesundheitsakte auch in einem sicheren Privaten Portal ablegen und dann jederzeit von jedem Ort z.B. auch mit dem Mobiltelefon im Urlaub darauf zurückgreifen. Dort kann man auch die Gesundheitsakten von Angehörigen, für die man sorgen muss, ablegen.

Vor einem geplanten Arztbesuch sollte man die wichtigsten Dokumente aber ausdrucken, da Ärzte nur Papier lesen.

Schön wäre es natürlich wenn die Politik dieses zentrale Anliegen der Patienten durch einen Gesetzesentwurf unterstützen würde ohne das die Klientenparteien für diese selbstverständliche Rechnungslegung horrende neue Gebühren zusichert.

Ein schwerwiegendes Problem für die Patienten ist, dass Ärzte Fehler nie dokumentieren dürfen, da sonst die Haftpflichversicherung des Arztes  sich sofort für nicht zuständig erklärt. Es werden also nur positive Ergebnisse dokumentiert. Unter der Hand sollte man den Arzt unter Zusicherung von Verschwiegenheit mal fragen, ob es „kleinere“ Komplikationen z.B. bei der Operation gegeben hat. Viele Ärzte rücken dann zumindest mit der halben Wahrheit heraus. Auch hier wäre eine gesetzliche Regelung für die Versicherung sowohl für die Ärzte als auch für Kassen- und Privatpatienten mehr als hilfreich.

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