Versagen der Wirtschaftspolitik in Baden-Württemberg – Blaubeuren

Wirtschaftspolitik in Baden-Württemberg findet meist auf der Honoratorien Ebene statt. Wenn immer ein Firmengebäude eingeweiht wird oder ein Firmenjubiläum gefeiert wird, ist der Wirtschaftsminister und ein paar Grußauguste aus der Politik zur Stelle. Eine Strategie, wie neue Industrien und Arbeitsplätze im Land geschaffen werden sollen, ist nicht erkennbar. Es gibt auch keine Erfolgskontrollen. Im Moment geht die Zahl der Vollerwerbs- und Technologiearbeitsplätze aber auch die Lohnsteuer und damit der Lohn der „kleinen“ Beschäftigten in Baden-Württemberg zurück. Ganz wesentlich ist auch ein effektives Krisenmangement, wenn große für eine Region wichtige Betriebe in Bedrängnis kommen. Ein Beispiel wie man es nicht machen sollte ist in Blaubeuren zu sehen.

Besucht man Bleubeuren, so sieht man zunächst eine Bilderbuchgemeinde in schöner Landschaft, mit ausgeprägtem Bürgersinn, einer schönen Altstadt, einem aufs Feinste restaurierten Kloster, Kindergärten, Spielplätze und Sportstätten von denen andere Gemeinden nur träumen können.  Auch den Privathäusern in und um Blaubeuren sieht man an, dass hier der Wohlstand zu Hause ist. In den Seitentälern um Blaubeuren herum stehen modernste Forschungs- und Fabrikanlagen der Pharmaindustrie, einer der Zukunftsindustrien.

Ursache dieses Reichtums war der Unternehmer Adolf Merckle, der mit viel Geschick aber auch mit finanziellen Tricks ein Firmenimperium aufgebaut hat, von dem die Mitarbeiter aber auch die Gemeinde durch Steuern und Stiftungen profitiert haben. Lange wird das nicht so bleiben, weil eine israelische Pharmafirma, deren Forschungslabor aus Juristen und Patentanwälten besteht, die Firma Ratiopharm von Adolf Merckle übernommen hat. Überraschenderweise hatte das Merckle Familienunternehmen genügend Substanz, dass selbst nach der Pleite noch genügend Geld zur Verfügung ist – die Steuerzahler haben dabei anders als bei den Banken kein Geld einschießen müssen!

Als guter Geschäftsmann mit einem „Riecher“ hatte Adolf Merkle erkannt, dass mit VW Aktien auf Teufel komm raus spekuliert wurde und ein Absturz der Aktien unvermeidlich war. Womit aber selbst der mit allen Wassern gewaschene Merkle nicht rechnete war, dass die Spekulanten bei Porsche u.a. vom Bund sowie den Ländern Niedersachsen (der kleine Wulff) und Baden-Württemberg (Mappus, LBBW) unterstützt wurden, obwohl der Betrug bei einem Stand der Aktie von über 1000 € mit Händen greifbar war. Anstatt die Realwirtschaft, das Unternehmen Merckle (Herr Merckle hat ja auf sein Vermögen praktisch verzichtet) zu stützen, wurde das Geld von Bund und Länder für die Spekulanten in den Banken ausgegeben. Das Geld ist jetzt weg und die real wirtschaftende Firma Merckle auch. Eine Rettung der Firma Merckle wäre viel billiger gekommen und wäre im Sinn der Bevölkerung gewesen. Diese Fehlleistung der Baden-Württembergischen Wirtschaftspolitik wird die Region Blaubeuren bald zu spüren bekommen. Das kommt davon wenn der Ministerpräsident und seine Mannen nichts von der großen Wirtschaft verstehen und die Bevölkerung immer mit großer Mehrheit CDU wählt. Dann fürchtet die Landesregierung den Zorn der Wähler nicht mehr!

Tipp: Noch schnell mal zum Forellenfischer nach Blaubeuren/Weiler zum Forellenessen (frisch aus dem Fischkasten an der Aach ) gehen, bevor er aus Mangel an Geschäftsessen, den Laden dicht machen muss. Anschließend zur „Küssenden Sau“ spazieren und an jemanden denken.

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