Hinz und Kunz, Dampf und Dumpf – auf in den Bundestag 2017

Reichstag BerlinDie heiße Phase der Bundestagswahl 2017 beginnt nach dem Ende der Sommerferien. Jetzt wird in den Parteien um die Nominierung in den Wahlkreisen und auf den Parteilisten gekämpft. Theoretisch sollte der Bundestag die Bevölkerung repräsentieren. Relativ einfach ist die Verteilung der Abgeordneten in der Fläche – jeder Wahlkreis schickt mindestens einen Abgeordneten nach Berlin. Welche Eigenschaften dieser Abgeordnete haben sollte, ist aber völlig unklar. Relativ einfach ist noch die Nominierung der Direktkandidaten im Wahlkreis, der in einer Wahlversammlung der Parteimitglieder gewählt wird. Da wird natürlich auch intrigiert. Neue Mitglieder, bevorzugt Studenten, die nur geringe Beiträge zahlen müssen (siehe Nominierung eines CDU Kandidaten – Leonberg) werden gekeilt und Nebenabsprachen gemacht, um einen Kandidaten durchzubringen. Gerne macht da auch die Parteiführung mit und signalisiert welche Kandidaten nicht gerne gesehen werden und auch nach der Wahl von der Parteihierarchie abserviert werden. Im Wahlkreis gewählte Kandidaten, die der Parteiführung nicht genehm sind, haben somit keinen Einfluss im Parlament und können für ihren Wahlkreis wenig bewegen. Ein Weg zum Aufstieg innerhalb einer Partei ist es, eine enge „Beziehung“ mit einem Platzhirsch oder einem Platzreh einzugehen. Diese Strategie kann aber auch die „Bezieher“ aus dem Rennen werfen, z.B. die grüne Landtagskandidatin für den Wahlkreis Hechingen-Münsingen und den ehemaligen grünen Landwirtschaftsminister Bonde. Im Gegensatz zu den „Beziehern“ schläft die politische Konkurrenz nicht und schlachtet solche Nebenverhältnisse gerne aus. Manchmal kann es aber auch ein Fremdgeher wie Brandt, Seehofer oder Gauck es bis in höchste politische Ämter schaffen.

Wer als Neuling in den Bundestag kommen will, muss von seiner Partei in seinem Wahlkreis gewählt werden. Die Parteifreunde bevorzugen den Typ DUMPF und/oder Hans DAMPF – man ist ja selbst Durchschnitt und möchte auch vom Durchschnitt repräsentiert werden. Fachkunde ist den Parteimitgliedern höchst suspekt. Wichtig ist, daß der Kandidat sich mit allen Parteifreunden gut stellt. Erst in zweiter Linie schaut man darauf ob der Kandidat bei den Wählern gut ankommt. Hier kommt es vor allem auf den Namen als Marke und die Bekanntheit an. Den Bekanntheitsgrad kann man durch auffällige Garderobe oder Haartracht (Sarah Wagenknecht, Claudia Roth, Anton Hofreiter u.a.) steigern. Bei Frauen wird gerne der Typ Blond&Schlank oder der Typ Mutti bevorzugt. Hinz und Kunz fälschen oder schönen gerne ihren Lebenslauf. Die Floskel hat studiert deutet darauf hin, dass der Kandidat keinen Abschluss gemacht hat. Hat bei internationalen Projekten mitgearbeitet bedeutet, daß der Kandidat als Praktikant meist den Kopierer bedient hat.  Die meisten jungen Kandidaten haben sich bei Altabgeordneten hoch gedient und haben nie außerhalb des Dumpfkreises der Politik gearbeitet. Prototypen sind Herr Gabriel und Frau Nahles. Manche Mitarbeiter von Abgeordneten, wie z.B. die Mitarbeiter von Frau Petra Kunz  (aber auch Gabriel, Nahles, Seehofer u.a.) , müssen sich ihrem launisch/sadistischen Abgeordneten, bedingungslos unterwerfen. Damit zeigen sie, daß sie sich auch später der Parteiführung bedingungslos unterordnen werden. Mein Eindruck von vielen Vorträgen bei den Jugendorganisationen der Parteien ist, daß sich dort der weniger intelligente Teil der Jugend sammelt und mit List und Tücke schon in jungen Jahren nur an einer Parteikarriere arbeitet. Das ist nicht unschlau hätten sie doch in der freien Wirtschaft viel mehr Konkurrenz. Es wird empfohlen sich beim anstehenden Wahlkampf selbst ein Bild zu machen. Diskutieren Sie mit den jungen Parteimitgliedern der Begleitmannschaft der Politiker und Bundestagskandidaten. Außer den offiziellen Parteifloskeln wird man da wenig hören.

Mit dem Fall Petra Hinz sind die Bürger für Lügen im Lebenslauf der Bundestagskandidaten sensibilisiert worden. Die SPD und die Grünen haben nun einige Probleme ihre „Loser“ als Überflieger darzustellen. Einen typischen grünen Lebenslauf hat z.B. auch Herr Kretschmann. In der Jugend war er vor allen dagegen (zum Teil aus gutem Grund) und hat nicht genügend Zeit für das Studium aufgewendet und auch nicht die Willenskraft gehabt eine ungeliebte Prüfung einfach zu erledigen. Herr Kretschmann wäre wohl ohne seine resolute Ehefrau Gerlinde nie zu einem Abschluss gekommen. Viele Baden-Württemberger haben das erkannt und hätten lieber Gerlinde Kretschmann als Ministerpräsidenten als ihren Mann.

Für die Wähler gibt es im Vorfeld der Bundestagswahl wohl genügend Gelegenheit die „Schwindler to Go“ zu entlarven bevor sie in den Bundestag gewählt werden.

 

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Bundestagwahl 2017 wahrscheinlich ungültig

Reichstag_FA2008Wird die Bundestagwahl 2017 ungültig? Das Wahlgesetz zur Bundestagwahl verletzt die Grundrechte der Wähler, die einen Diektkandidaten erfolgreich wählen. Zitat Wikipedia:  „Gemäß § 6 Absatz 1 Satz 2 des Bundeswahlgesetzes bleiben die Zweitstimmen derjenigen Wähler für die Sitzverteilung unberücksichtigt, die mit ihrer Erststimme für einen erfolgreichen unabhängigen Direktkandidaten gestimmt haben. Mit dieser Regelung soll eine faktisch zweifache Einflussnahme dieser Wähler auf die Zusammensetzung des Deutschen Bundestages verhindert werden.“

Wählt der Bürger jedoch einen Parteikandidaten dann wird seine Zweitstimme berücksichtigt. Wählt man mit der Erststimme z.B. einen CDU Kandidaten und mit der Zweitstimme aber SPD, so hat seine Stimme mehr Gewicht als die Stimme des Wählers eines Direktkandidaten. Mit seiner Erststimme sorgt er dafür daß ein CDU Kandidat in das Parlament einzieht. Mit der Zweitstimme sorgt er aber dafür daß die SPD einen höheren Anteil an Abgeordneten erhält. Die Stimme des Parteiwählers hat also mehr Einfluß auf die Zusammensetzung des Parlaments. Das ist ein klarer Verstoß gegen die Regel, daß die Stimmen aller Bürger gleichberectigt sind. Das ist natürlich von den Parteien, die das Wahlgesetz ja gemacht und verabschiedet haben, so gewollt.

Ich nehme an, daß die Regelung für die Nichtigkeit der Zweitstimme bei Wählern von Direktkandidaten vor dem Verfassungsgericht keinen Bestand haben wird, wenn ein Bürger dagegen klagt. Dann müßte die Wahl 2017 wiederholt werden. Auch die Organisation einer Wahl will gelernt sein.  Österreich läßt grüßen.

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Lokale, autarke Microgrid P2P Stromversorgung in Brooklyn

Zeit der Wende

Zeit der Wende

Das Internet für Energie kommt – Während in Deutschland die großen Energie und wenig technikaffine Ökos die Richtlinien der Energiepolitik bestimmen, ist Brooklyn bereits auf dem Weg in eine verteilte, sichere und private Stromversorgung. Brooklyn ist der Stadtteil in New York, der vom Sturm Sandy am stärksten betroffen war, dessen Stromnetz aber auch sonst bei Stürmen, Hochwasser, heftigem Schneefall und beim Ausfall des New Yorker Stromnetzes zusammenbricht. Der Ausfall des Stromnetzes ist in dem Stadtteil mit vielen hohen Gebäuden und einer komplexen Infrastruktur, die auf Strom angewiesen ist, jedesmal eine Katastrophe. Eine private Firma organisiert in Brooklyn nun ein privates Microgrid Netz, das im Bezirk noch funktionieren kann, wenn das gesamte Stromnetz in New York oder gar in USA ausfällt. Dafür werden lokale Stromerzeuger, Photovoltaikanlagen, Notstromaggregate und -Speicher, Firmen usw mit viel IT zuammengeschaltet und intelligent betrieben. Die Bürger machen mit weil sie beim Sturm Sandy selbst erlebt haben, wie ein Leben ohne Strom über mehrere Tage aussieht.

Während unser Innenminister den Bürgern erklärt, welche Lebensmittel sie für den Katastrophenfall speichern sollen, denkt offensichtlich niemend darüber nach was passiert wenn drei Terroristen die wichtigsten Überlandleitungen im Land in die Luft sprengen. In Deutschland reichen offensichtlich Kerzen und Taschenlampen für die Energieversorgung aus.

Die Resilienz der Strom und Wasserversorgung sollte ein wichtiges Ziel der Infrastrukturplanung sein. Photovoltaikanlagen auf den Hausdächern können Energie lokal erzeugen (auch wenn die Sonne mal nicht mit aller Kraft scheint) und diese Energie sollte auch möglichst lokal verbraucht werden. Ab 2018 wird die Einspeisung von Energie für Privatleute begrenzt und die Einspeisevergütung gesenkt – vertrauen sie bei Investitionen nicht auf die Zusagen der Politk. Langfristig lohnt sich Photovoltaik nur, wenn der erzeugte Strom weitgehend selbst (oder von Nachbarn P2P) verbraucht wird. Da Deutschland beim Einsatz moderner Softwareinfrastruktur weit hinter den USA hinterher hinkt und Politik sowie das Management der großen Firmen keinerlei Erfahrung mit dem Management von  Softwaresystemen haben, wird Deutschland auf dem Gebiet der „Internet Energie“ wohl keine führende Rolle einnehmen können. Den Strom liefert dann Amazon und Google sucht das billigste Angebot. Das Brooklyn Microgrid ist auch für den Aufbau einer modernen Infrastruktur in Entwicklungsländern ein interessantes Modell. Große zentrale Energienetzwerke sind zu teuer und zu anfällig für Störungen.

PS Empfehlung für Privatleute: Nutzen sie die Dachfläche ihres Hauses für Photovoltaik und nicht für Solarhermie. Auf warmes Wasser kann man im Notfall verzichten (wahrscheinlich funktioniert ohne Strom auch die Wasserversorgung nicht!) Ohne Strom läuft in der modernen Gesellschaft fast nichts mehr. Legen sie sich dann noch ein Auto mit Hybridantrieb und einen Swimmingpool für Wasser zu, sind sie gegen Katastrophen und den Anstieg der Strompreise und der Mineralölsteuern recht gut abgesichert.

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SPD sucht Freie Abgeordnete als Kandidaten für CDU Wahlkreise

Reichstag BerlinDie SPD in Rheinland-Pfalz sucht gute unabhängige Bundestag Kandidaten für Wahlkreise, die bisher von der CDU dominiert werden. Offensichtlich sind die Genossen erwacht und haben erkannt, daß sie in ihren Reihen keine wirklich guten Mitglieder haben, die eine Mehrheit der Bürger für sich gewinnen können. Man sucht deshalb per Online Anzeige geeignete Kandidaten. Dieses Verfahren hat sich z.B. bei der Besetzung von Bürgermeisterstellen in kleinen und großen Gemeinden bewährt. Da in der heutigen Parteienlandschaft keine der „Volksparteien“ mehr eine absolute Mehrheit erreicht, ist es vernünftig, sich auf einen unabhängigen Kandidaten zu einigen, der eine Chance hat, auch Wähler anderer Parteien zu erreichen.

Auch die Ortsgruppen der Parteien müssen einsehen, daß nicht ein Kandidat aus den eigenen Reihen stammen muss. Nur mit einem unabhängigen Kandidaten besteht die Chance einen Abgeordneten, der sich um den eigenen Wahlkreis kümmert in den Bundestag zu schicken. Noch besser wäre es wenn sich die „kleineren Parteien“, da gehört inzwischen auch die CDU dazu, sich auf einen geeigneten unabhängigen Kandidaten einigen würden.

Beeindruckend war z.B. die Vorstellung des Bautzener Oberbürgermeisters Alexander Ahrens (Lebenslauf) in der Talk(Schwatz) Runde von Anne Will zum Thema Flüchtlingskrawalle in Bautzen – die Schwätzer gegen einen Do’er. Geradezu peinlich dagegen der Auftritt der Ministerin Manuela Schwesig – ein typisches Ergebnis der Auslese innerhalb der Partei. Sie ist eine klassische Vertreterin der jetzigen Politikergeneration – hat immer recht, hat ganz tolle Pläne, die alle gut finden müssen, und hört anderen nicht zu. Da kann man auch nichts dazu lernen. In der SPD scheint dies allerdings zur Kultur zu gehören. Auch der große Vorsitzende pflegt diesen Stil. Schon nach einer Minute weiß er es in der Regel besser als jeder Vortragende.

Der SPD würden ein paar gestandene Abgeordnete gut tun, die selbst Erfahrung gemacht haben und auch wissen wie es „Draußen“ zugeht. Die Bundestagwahl 2017 könnte mit einer größeren Zahl von Freien Abgeordneten (Idee) als Direktkandidaten interessant werden.

Siehe auch:

bundestagwahl2017.com

Als freier Direktkandidat in den Bundestag – so geht’s

 

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Der nächste Abgasskandal – Benzinmotoren

Benz1Wer jetzt einen Benziner anstatt eines Diesels kauft, investiert in eine Russpartikelschleuder – aber keiner gibt es zu. Die hochverdichteten, „leistungsfähigen“ Benzinmotoren liefern viele feine Russpartikel, aber haben keine Russfilter. Mit neuen EU Regeln ab 2018 gibt es da Ärger. Und wieder schweigen die Autolobby, die Ingenieure und die Aufseher im Verkehrsministerium. Die heute verkauften Benzinmotoren stoßen z.B. im Kaltbetrieb bis zu 7x mehr Partikel aus, als ein Dieselmotor mit Abgasreinigung. Es gibt bereits neue  Abgasanlagen für Benziner, welche die neue EU 6c Regel erfüllen (wenn die Motorsteuerung fachgerecht programmiert wird). Die ersten Automodelle werden aber wohl erst 2017 auf den Markt kommen. Bis dahin werden wohl aber noch viele „Feinstaubschleudern“ an die ahnungslosen Kunden verkauft.

Wenn Städte wie z.B. Stuttgart die EU 5 Autos  bei Feinstaubalarm aussperren, müssen eigentlich auch Benziner ohne Partikelfilter aus den Städten verbannt werden. Da die hochverdichteten kleinen Benzinmotoren auch zunehmend in Hybrid eAutos eingebaut werden, können diese eAutos mehr Feinstaub erzeugen als moderne Dieselfahrzeuge.

Es ist zu erwarten, daß ähnlich wie bei den Dieselfahren die Meßverfahren und Normen „optimiert“ werden, um die ehrgeizigen EU Vorgaben zu erfüllen. In USA gibt es völlig andere Meßverfahren und Grenzwerte in Kalifornien und anderen Staaten. Es ist unverständlich warum die Ingenieure und ihre Berufsverbände in Deutschland nicht gegen die unsinnigen Normen Sturm laufen. Offensichtlich fühlt man sich gegen die geballten Massen der naturwissenschaftlich wenig gebildeten Umweltschützer hilflos. Natürlich kann man mit genügend Geld heute Autos bauen, die Abgase vernünftig filtern – leider steigt dabei auch der CO2 Ausstoß, den man ja auch minimieren will. Die vielen EU Bürger, die sich nur ein billiges Auto leisten können, werden in Zukunft wohl zu Fuß gehen müssen.

Das geplante TTIP Abkommen zwischen USA und der EU wird wohl keine einheitlichen Standards für Autoabgase bringen. Kalifornien ist auf diesem Gebiet unabhängig und nicht an Weisungen der Zentralregierung gebunden. Das macht durchaus Sinn, da Kalifornien durch die geographische Lage und die Besiedlung spezielle Anforderungen an die Luftreinhaltung hat. Ähnlich kümmern sich die Landwirte in Frankreich und anderswo auch in den nächsten 20 Jahren nicht um die Abgaswerte wenn sie mit ihren Altautos aufs Feld fahren.

PS Das beste Argument PRO Diesel habe ich neulich beim Friseur gehört. Ein Handelsvertreter, der im Jahr an die 100 000 km abspult, kauft nur noch Dieselfahrzeuge, nachdem ihm zwei Benziner abgebrannt sind. Dieselfahrzeuge brennen auch ( 35 000 Autobrände/Jahr in Deutschland), das Feuer breitet sich aber langsamer aus. Die Batterien der eAutos und die Fehler in Hardware und Software bei der Aufladung sind im wahrsten Sinne des Wortes auch heiße Kandidaten für Brandursachen neben den Smartphones der Autofahrer.

 

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EU Schiedsgericht für Online Handel

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die EU ein Portal  Online Schiedsgerichte eröffnet. Hier können Kunden und Händler Schiedsstellen finden bei denen sie strittige Fälle vorbringen und schlichten lassen. Die EU Kommission hat offensichtlich eingesehen dass der Gesetzeswirrwarr in den EU Ländern mit regulären Gerichtsverfahren nicht mehr beherrschbar ist. Spät kommt die Einsicht doch sie kommt.

In typischer EU Manier wird natürlich keine Lösung angeboten. Für Deutschland gibt es eine Unzahl von Schiedstellen von denen man nicht weiss wofür sie zuständig sind. Viel Lärm um nichts.

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Steuern im Globalen Netzwerk im Zeitalter von IT Services, Cloud und SDN

Gordisch_sDas zur Zeit angewendete Steuermodell ist in seinen Grundlagen recht einfach und beruht auf einem geschlossenen Modell, wie es schon im alten Rom und in Assyrien  angewendet wurde.

  1. Jeder Produzent (Bauer, Handwerker, Fabrikant) produziert in einem Land und bezahlt Grundsteuer (unabhängig vom Gewinn) sowie eine Abgabe für die Erlaubnis zum Betrieb (Lizenz). Damit werden die Leistungen des Landes für Infrastruktur, Schutz und Sicherheit, Ausbildung der Arbeiter usw vergütet.
  2. Alle Bürger bezahlen Steuer auf ihre Einkäufe (z.B. Mehrwertsteuer), die meist vom Verkäufer eingezogen wird.

Etwas komplizierter wird es sobald Produkte aus anderen Ländern importiert oder in andere Länder exportiert werden. Jetzt kommen Import/Export Steuern und Verrechnungspreise ins Spiel. Damit können mächtige Länder ärmeren Ländern Preise und Lieferbedingungen vorschreiben. Die Marktteilnehmer können aber auch Gewinne und Verluste von Land zu Land verschieben und so ihre Steuern optimieren.

In der heutigen globalen Wirtschaft, in denen die Baugruppen eines komplexen Produkts wie z.B. iPhone in vielen verschiedenen Ländern gefertigt werden,  wird die Sachlage etwas kompliziert. Das iPhone wird z.B. von China an Apple weltweit ausgeliefert. Die Wertschöpfung in China beträgt aber nur einige $. Es sieht aber so aus, daß China für zig Milliarden $ hochwertige Elektronik an andere Länder liefert. Man muss bei Statistiken über den  Export auch die für die Herstellung der Produkte notwendigen Importe betrachten. Das wird z.B. von der deutschen Politik nicht angesprochen. Der deutsche Export wächst, weil wir immer mehr Teile importieren, die wir anschließend wieder als deutsche Produkte exportieren.

Das gängige Steuermodell kann noch immer auf die physikalisch greifbaren Teile angewendet werden. Das gängige Steuermodell versagt aber bei immateriellen Teilen des Produkts.

Gewinn, Design, Marketing, Patente usw können nicht mehr eindeutig einem Land zugeordnet werden. Software besteht aus unzählige Komponenten, die zum Teil kostenlos benutzt wird (Open Source – Getty Öllampen Prinzip). Andere Teile werden weltweit entwickelt. Beim iPhone schätzt man den immateriellen Anteil am Produkt auf etwa 50% des Verkaufspreises etwa 250 $. Gewinnmargen für diesen Teil des Produkts liegen bei > 80%. Apple bunkert zur Zeit etwa 200 Milliarden $ Gewinn im Ausland. Dieser Gewinn muss nach geltender Rechtslage in USA mit etwa 40% versteuert werden sobald Apple diesen Gewinn nach USA transferiert. Auch in USA kann man nicht wirklich reich werden wenn man seine Steuern redlich bezahlt.

Allerdings kann man auch nicht willkürlich für die EU Steuern in Irland verlangen. Der Anteil der Wertschöpfung am iPhone in Irland ist sehr gering. Die Wertschöpfung für die Siemens Chips im iPhone ist viel höher! Eventuell macht Apple mit seiner Gesellschaft in Irland real sogar Verluste! Das Verpacken und Versenden von importierter Hardware wird nicht sehr hoch bezahlt.

Das Problem mit der Besteuerung von IT Hardware entspannt sich mittelfristig. In der IT Industrie wird Hardware immer billiger. Gewinn wird mehr und mehr mit Services (dem Betrieb von Software) gemacht. Mit neuen Technologien wie Cloud und Software defined Networking kann man diese Services dynamisch auf Servern und Netzwerken in der ganzen Welt ausführen. Die großen Software Anbieter wie Microsoft, Google, Apple u.a. wollen keine Software mehr verkaufen, sondern nur noch als Service im Netz  gegen Gebühr anbieten. Alle Services werden über das Netzwerk erbracht – es gibt keine lokalen Verkaufsstellen mehr, an denen man z.B. die Mehrwertsteuer einziehen kann.

Die USA sind bei TTIP hauptsächlich am freien Zugang zu Services (inklusive Finanzdienstleistungen) in der EU interessiert. Sojabohnen und Hormonfleisch sind nur Nebenkriegsschauplätze für das Wahlvolk. Unsere Politiker haben das natürlich noch nicht erkannt. Digitale Naive in der EU können von den Digital Aktiven in USA  leicht über den Tisch gezogen werden.

Die fundamentale Erkenntnis, dass konventionelle Modelle für Wirtschaft und Recht in einer globalen IT und Service orientierten Welt nicht mehr angewendet werden können, ist in Politik und in der Bevölkerung noch nicht angekommen. Hilflos versucht die Politik (unabhängige) Schiedsgerichte für verschiedene Marktsegmente zu installieren, da die komplexe Welt mit lokalen Gesetzen nicht mehr beherrscht werden kann. Die Europäer, die traditionell in napoleonischer Tradition alles mit Gesetzen regeln wollen, stehen da gegen den pragmatischeren Umgang der Angelsachsen und auch der Chinesen wohl auf verlorenem Posten. Klammheimlich wird aber ein Schiedsgericht für Medien in Deutschland im September seinen Betrieb aufnehmen. Man hat auf diesem komplexen Feld wohl die ewigen Prozesse bei diversen Gerichten satt. Vor der Bundestagswahl 2017 sollte aber möglichst geheim bleiben, daß man mit deutschen Recht und Gesetz in der globalen Welt nicht mehr weit kommt.

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SPIEGEL befreit deutsche Kinder – dümmer geht’s nümmer

Kleine Rechenaufgabe

Deutschland rechne

In der neuen Ausgabe des Spiegel Nr. 35 vom 27.8.2016 beklagt die Redaktion die Knechtschaft der deutschen Kinder, die unter ungeheurem Leistungsdruck von Alt-68er Lehrern unmenschlich überfordert werden. Der Gegenentwurf wird gleich auf dem Titelbild gezeigt – im Neuen Deutschland schaukelt das Kind sommerlich gekleidet mit Freude vor einem blauen Himmel, da es ja weiß, daß es auf die Schulnoten nicht mehr ankommt.

Zum Beweis werden vor allem Politiker angeführt, die es trotz schlechter Noten in die hohe Politik geschafft haben. Auch Schulabbrecher und Sitzenbleiber können erfolgreich sein.  Auch Wenigbegabte wie z.B. Andrea Nahles (Biografie), die 20 Semester brauchte bis zu ihrer Magister Abschlussarbeit mit dem Thema „Funktion von Katastrophen im Serien-Liebesroman„, kann in Deutschland Minister werden. Auch andere Studienabbrecher, Schulversager und sogar Schwindler wie Annette Schavan, Karl-Theodor zu Guttenberg oder Petra Hinz können in der Politik Karriere machen, da ja anders bei Positionen in der Wirtschaft oder beim Staat keinerlei formale Qualifikation nachgewiesen werden muss. Offensichtlich will uns der Spiegel schon im Ausblick auf die Bundestagswahl 2017 auf eine Welle der Inkompetenten vorbereiten. Häufig vertreten ist auch der Typ „Vorletzter bei der Damenwahl im Tanzkurs“ mit verminderter Sozialkompetenz.

Obwohl landauf, landab von der neuen Wissensgesellschaft geschwärmt wird, machen sich besonders die deutschen Politiker und „Kreativen“ für das Unwissen stark. Da reden Philosophen und Talkshowmoderatoren, die nicht einmal eine einfache Mathematikaufgabe (siehe oben) richtig lösen können über das Weltklima und den Klimawandel ohne auch nur die geringste Sachkenntnis zu haben oder sich von Experten beraten zu lassen. An den Universitäten wird die Generation PISA und Erasmus in die Hörsäle geschwemmt. Typisch ist z.B. die Frage einer aufgebrachten Mathematikstudentin im dritten Semester an ihren Professor: „Warum machen Sie denn hinter einige Zahlen ein Ausrufungszeichen? Die anderen Zahlen sind doch genauso wichtig!“ Wer hier nicht lachen muss hat entweder keinen Humor oder hat ein AMSS – Allgemeines Mathematik Schwäche Syndrom.

Anstatt sich für Unkenntnis und beschränkte intellektuelle Fähigkeiten zu schämen, kokettieren unsere Politiker sogar noch mit ihrer Unfähigkeit, z.B. die neue Finanzministerin in Baden-Württemberg Edith Sitzmann „In Mathe war ich wahrlich kein Glanzlicht“.  Dafür paßt sie hervorragend in das Anforderungprofil ihrer Partei. Offensichtlich hat sich in der Partei noch nicht herumgesprochen, daß in der heutigen komplexen Finanzwelt ein Finanzminister etwas mehr als die Addition von Ausgaben beherrschen sollte.

Hier beim Test (Vote) mitmachen . Schauen Sie sich an, wie ihre Mitbürger gerechnet haben!

Die Original Aufgabe Flugzeug und Auto Kolonne aus dem Artikel „In Mathe bin ich Deko“ der FAZ findet sich im Beitrag „Ingenieure – die Trottel der Nation„. Interessant sind hier besonders die Lösungen der FAZ Leser – klarer Fall von AMSS in dieser Kohorte.

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Geheimvertrag in Baden-Württemberg – Kretschmann(Grüne) und Strobl (CDU)

B-W GeweihOder – wie man sich selbst Hörner aufsetzt. Wie zwei Kinder haben die Chefs Winfried Kretschmann (Grüne) und Thomas Strobl (CDU) geheime Absprachen zum Koalitionsvertrag gemacht. Da sieht man einmal mehr, wie unprofessionell und naiv unsere Politiker agieren. Es ist eine alte Managementregel, daß solche „geheimen“ Absprachen nie schriftlich gemacht werden. In USA macht man das auf dem Golfplatz ohne Zeugen. Herr Piech hat bei VW nie schriftliche Notizen gemacht – er hat nur Wünsche geäußert. Man kann ihm somit kein Fehlverhalten nachweisen. Traut man einem Geschäftspartner nicht, sollte man auch keine langfristigen „geheimen“ Absprachen  machen. Bei Herrn Kretschmann und Herrn Strobl handelt es sich offensichtlich um „Politikerle“, die mangels Selbstvertrauen in das eigene Durchsetzungsvermögen alles schriftlich haben wollen um im Ernstfall einen Zettel herausziehen zu können „Herr Lehrer ich hatte doch recht!“.

Offensichtlich verlassen sich die zwei Oberstrategen darauf, daß die Abgeordneten keine eignen Ideen für die Zukunft des Landes haben und immer brav die Hand heben, wenn die Platzhirsche es denn wollen.

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VW Zulieferproblem – die Finanzhaie schlagen wieder zu

Benz1Die Manager der deutschen Automobilfirmen führen einen ziemlich sinnlosen Kampf um die höchste Rendite. Dabei wissen bereits Junior-BWLer, daß man die Rendite ziemlich einfach steigern und dabei eine Firma auch ruinieren kann. Eine bewährte Methode in der Automobilindustrie ist es, immer mehr Investitionen und Wertschöpfung zu den Zulieferbetrieben zu verschieben und die Preise der zugelieferten Baugruppen und Teile zu drücken. VW hat zu diesem Zweck 1993 den Spanier Ignazio Lopez von General Motors mit zwielichtigen Methoden abgeworben. Zunächst lief das ganz gut, die Preise der Zulieferer wurden kräftig gedrückt – Herr Lopez wußte ja was, wer, wem, wo lieferte und welche Preise die Konkurrenten bezahlten. Dafür bekamen die Top-Manager der Zulieferer wie in USA üblich schöne Plaketten „Top Supplier of the Year“ für den Schreibtisch und wurden mit Damen zu einem Recognition Event in Nobelhotels eingeladen. Die Damen bekamen zuätzlich noch wertvollen Schmuck. Kein Wunder daß die Damen ihren angetrauten Managern viel Druck machten, damit sie auch im nächste Jahr dabei sein durften.

Übliche Preisdrückermethoden der Automobilhersteller sind dabei z.B. Kostenreduktion für Abnahmegarantien von großen Stückzahlen komplexer Bauteile, die Zulieferer zu hohen Investitionen und Verlagerung der Arbeit in Niedriglohnländer zwingen, Drohungen bei anderen Zulieferern einzukaufen, Direktlieferung an das Montageband, Abschläge für Qualitätsmängel usw. Die alte Regel, daß man für jedes Zulieferteil zwei Lieferanten haben muss, wurde schon längst für einen höheren Profit aufgegeben.

Überspannt man den Bogen verlieren die Zulieferer natürlich die Lust und würden gerne aus den Verträgen aussteigen, was in der Regel den Bankrott ihrer Firma und die Entlassung der Manager und der Angestellten bedeuten würde. VW konnte sich bisher darauf verlassen, daß die Zulieferer diese Hemmschwelle nicht überschreiten.

Da die VW Manager ziemliche Scheuklappen haben (siehe Abgasskandal) haben sie aber eine Entwicklung in der US Finanzindustrie übersehen oder falsch bewertet.

Erkennt das Management eines Zulieferbetriebes, daß die Firma kaum noch Gewinn erwirtschaften kann und ihnen die Banken den Kredithahn zudrehen müssen (BASEL III),  verkaufen sie das Unternehmen an US Finanzhaie oder nehmen hohe Anleihen auf. Dabei fließt häufig Schmiergeld. Die Finanzhaie leihen sich dafür aus dem „schwarzen“ , unregulierten Finanzsegment Geld und geben dem Zulieferer einen hohen Kredit. Die regulären Banken können durch die strenge EU Regulierung keine Kredite mehr geben. Damit hat man ein ideales Betätigungfeld für Finanzhaie geschaffen. Diese wissen genau, daß die faulen Kredite platzen werden, da sie das Geld aber nur geliehen haben, tut das nicht weh, wenn man gleichzeitig eine Kreditausfalleversicherung  abschließt. Das hat beim Immobiliencrash in USA funktioniert und wird in Europa ähnlich gut funktionieren.

Man kann sich auf dem Derivate Markt für wenig Geld eine Kreditausfallversicherung kaufen (Siehe 2011:  Das Kartenhaus Kreditausfallversicherung (CDS) wackelt in der Euro Krise).  Neuerdings verkaufen deutsche Banken solche windigen CDS auch an Otto Normalverbraucher! Nun kann die Zulieferfirma ruhig Pleite gehen. Die Finanzhaie verlieren kein eigenes Geld und haben über Vermittlungsgebühren, Gutachten, Verträge usw einen größeren Teil des Fremdgeldes in ihren Besitz gebracht. Eine Drohung von VW, keine Geschäfte mehr mit dem Zulieferer machen zu wollen, wirkt nicht. Die Finanzhaie nehmen keine Rücksicht auf das Vermögen der Zulieferfirma und die Angestellten. Da die Finanzverträge meist mit amerikanischem Recht in New York abgeschlossen werden, haben die nationalen Aufsichtsbehörden keine Chance regulierend einzugreifen. New York ist für den Vertragsabschluss besonders beliebt, da dort Verträge auch gültig sind wenn sie in betrügerischer Absicht geschlossen werden (Beispiel die Cross Border Leasingverträge der deutschen Kommunen).

Geht die Zulieferfirma Pleite, können die Finanzhaie sie billig aufkaufen, die Patente und Maschinen der Zulieferfirmen verscherbeln oder die Firma billig aufkaufen und neue Lieferverträge zu besseren Konditionen abschließen. Da VW die Teile dringend braucht, hat man da wohl wenig Spielraum.

Hört man sich an den Bars in den besseren Hotels der EU Länder im Osten um, so findet man ganze Rudel von Finanzhaien, die mit den lokalen Managern der Automobilzulieferer solche dubiose Geschäfte abschließen wollen. Dabei ist VW ein beliebtes Ziel der Attacken der Finanzhaie, da VW zur Zeit keine flüssigen Mittel hat um solche Angriffe abzuwehren. Vielleicht sollten sich die Top Manager von VW bei der Deutschen Bank erkundigen wie man eine deutsche Weltfirma ruinieren kann, wenn man sich von den Finanzhaien auf den Pfad der Untugend führen läßt. Da die Finanzindustrie immer mehr reguliert wird, kann man das große Geld heute nur noch über einen Umweg in der Realindustrie machen.

PS Wer etwas über die neuesten Tricks der Finanzhaie erfahren möchte sollte im Sommer die teuren Bars (meist wird das Budget nur für einen Drink reichen) und Restaurants an der Cote d’Azur besuchen und die Ohren offen halten. Die Finanzhaie jeglicher Couleur prahlen da bei ihren Incentivereisen ungeniert, wie sie die Deals eingefädelt und ihre Gegenspieler sowie ihre Klienten reingelegt haben. Offensichtlich glauben sie wie alle Amerikaner, daß auch die Europäer nur ihre Landessprache beherrschen. Natürlich bleibt unerwähnt, daß der eine oder andere Deal schiefgegangen ist. Das ist in diesen Kreisen aber kein Makel sondern ein Befähigungsnachweis.

 

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