Hinz und Kunz, Dampf und Dumpf – auf in den Bundestag 2017

Reichstag BerlinDie heiße Phase der Bundestagswahl 2017 beginnt nach dem Ende der Sommerferien. Jetzt wird in den Parteien um die Nominierung in den Wahlkreisen und auf den Parteilisten gekämpft. Theoretisch sollte der Bundestag die Bevölkerung repräsentieren. Relativ einfach ist die Verteilung der Abgeordneten in der Fläche – jeder Wahlkreis schickt mindestens einen Abgeordneten nach Berlin. Welche Eigenschaften dieser Abgeordnete haben sollte, ist aber völlig unklar. Relativ einfach ist noch die Nominierung der Direktkandidaten im Wahlkreis, der in einer Wahlversammlung der Parteimitglieder gewählt wird. Da wird natürlich auch intrigiert. Neue Mitglieder, bevorzugt Studenten, die nur geringe Beiträge zahlen müssen (siehe Nominierung eines CDU Kandidaten – Leonberg) werden gekeilt und Nebenabsprachen gemacht, um einen Kandidaten durchzubringen. Gerne macht da auch die Parteiführung mit und signalisiert welche Kandidaten nicht gerne gesehen werden und auch nach der Wahl von der Parteihierarchie abserviert werden. Im Wahlkreis gewählte Kandidaten, die der Parteiführung nicht genehm sind, haben somit keinen Einfluss im Parlament und können für ihren Wahlkreis wenig bewegen. Ein Weg zum Aufstieg innerhalb einer Partei ist es, eine enge „Beziehung“ mit einem Platzhirsch oder einem Platzreh einzugehen. Diese Strategie kann aber auch die „Bezieher“ aus dem Rennen werfen, z.B. die grüne Landtagskandidatin für den Wahlkreis Hechingen-Münsingen und den ehemaligen grünen Landwirtschaftsminister Bonde. Im Gegensatz zu den „Beziehern“ schläft die politische Konkurrenz nicht und schlachtet solche Nebenverhältnisse gerne aus. Manchmal kann es aber auch ein Fremdgeher wie Brandt, Seehofer oder Gauck es bis in höchste politische Ämter schaffen.

Wer als Neuling in den Bundestag kommen will, muss von seiner Partei in seinem Wahlkreis gewählt werden. Die Parteifreunde bevorzugen den Typ DUMPF und/oder Hans DAMPF – man ist ja selbst Durchschnitt und möchte auch vom Durchschnitt repräsentiert werden. Fachkunde ist den Parteimitgliedern höchst suspekt. Wichtig ist, daß der Kandidat sich mit allen Parteifreunden gut stellt. Erst in zweiter Linie schaut man darauf ob der Kandidat bei den Wählern gut ankommt. Hier kommt es vor allem auf den Namen als Marke und die Bekanntheit an. Den Bekanntheitsgrad kann man durch auffällige Garderobe oder Haartracht (Sarah Wagenknecht, Claudia Roth, Anton Hofreiter u.a.) steigern. Bei Frauen wird gerne der Typ Blond&Schlank oder der Typ Mutti bevorzugt. Hinz und Kunz fälschen oder schönen gerne ihren Lebenslauf. Die Floskel hat studiert deutet darauf hin, dass der Kandidat keinen Abschluss gemacht hat. Hat bei internationalen Projekten mitgearbeitet bedeutet, daß der Kandidat als Praktikant meist den Kopierer bedient hat.  Die meisten jungen Kandidaten haben sich bei Altabgeordneten hoch gedient und haben nie außerhalb des Dumpfkreises der Politik gearbeitet. Prototypen sind Herr Gabriel und Frau Nahles. Manche Mitarbeiter von Abgeordneten, wie z.B. die Mitarbeiter von Frau Petra Kunz  (aber auch Gabriel, Nahles, Seehofer u.a.) , müssen sich ihrem launisch/sadistischen Abgeordneten, bedingungslos unterwerfen. Damit zeigen sie, daß sie sich auch später der Parteiführung bedingungslos unterordnen werden. Mein Eindruck von vielen Vorträgen bei den Jugendorganisationen der Parteien ist, daß sich dort der weniger intelligente Teil der Jugend sammelt und mit List und Tücke schon in jungen Jahren nur an einer Parteikarriere arbeitet. Das ist nicht unschlau hätten sie doch in der freien Wirtschaft viel mehr Konkurrenz. Es wird empfohlen sich beim anstehenden Wahlkampf selbst ein Bild zu machen. Diskutieren Sie mit den jungen Parteimitgliedern der Begleitmannschaft der Politiker und Bundestagskandidaten. Außer den offiziellen Parteifloskeln wird man da wenig hören.

Mit dem Fall Petra Hinz sind die Bürger für Lügen im Lebenslauf der Bundestagskandidaten sensibilisiert worden. Die SPD und die Grünen haben nun einige Probleme ihre „Loser“ als Überflieger darzustellen. Einen typischen grünen Lebenslauf hat z.B. auch Herr Kretschmann. In der Jugend war er vor allen dagegen (zum Teil aus gutem Grund) und hat nicht genügend Zeit für das Studium aufgewendet und auch nicht die Willenskraft gehabt eine ungeliebte Prüfung einfach zu erledigen. Herr Kretschmann wäre wohl ohne seine resolute Ehefrau Gerlinde nie zu einem Abschluss gekommen. Viele Baden-Württemberger haben das erkannt und hätten lieber Gerlinde Kretschmann als Ministerpräsidenten als ihren Mann.

Für die Wähler gibt es im Vorfeld der Bundestagswahl wohl genügend Gelegenheit die „Schwindler to Go“ zu entlarven bevor sie in den Bundestag gewählt werden.

 

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Geheimvertrag in Baden-Württemberg – Kretschmann(Grüne) und Strobl (CDU)

B-W GeweihOder – wie man sich selbst Hörner aufsetzt. Wie zwei Kinder haben die Chefs Winfried Kretschmann (Grüne) und Thomas Strobl (CDU) geheime Absprachen zum Koalitionsvertrag gemacht. Da sieht man einmal mehr, wie unprofessionell und naiv unsere Politiker agieren. Es ist eine alte Managementregel, daß solche „geheimen“ Absprachen nie schriftlich gemacht werden. In USA macht man das auf dem Golfplatz ohne Zeugen. Herr Piech hat bei VW nie schriftliche Notizen gemacht – er hat nur Wünsche geäußert. Man kann ihm somit kein Fehlverhalten nachweisen. Traut man einem Geschäftspartner nicht, sollte man auch keine langfristigen „geheimen“ Absprachen  machen. Bei Herrn Kretschmann und Herrn Strobl handelt es sich offensichtlich um „Politikerle“, die mangels Selbstvertrauen in das eigene Durchsetzungsvermögen alles schriftlich haben wollen um im Ernstfall einen Zettel herausziehen zu können „Herr Lehrer ich hatte doch recht!“.

Offensichtlich verlassen sich die zwei Oberstrategen darauf, daß die Abgeordneten keine eignen Ideen für die Zukunft des Landes haben und immer brav die Hand heben, wenn die Platzhirsche es denn wollen.

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VW Zulieferproblem – die Finanzhaie schlagen wieder zu

Benz1Die Manager der deutschen Automobilfirmen führen einen ziemlich sinnlosen Kampf um die höchste Rendite. Dabei wissen bereits Junior-BWLer, daß man die Rendite ziemlich einfach steigern und dabei eine Firma auch ruinieren kann. Eine bewährte Methode in der Automobilindustrie ist es, immer mehr Investitionen und Wertschöpfung zu den Zulieferbetrieben zu verschieben und die Preise der zugelieferten Baugruppen und Teile zu drücken. VW hat zu diesem Zweck 1993 den Spanier Ignazio Lopez von General Motors mit zwielichtigen Methoden abgeworben. Zunächst lief das ganz gut, die Preise der Zulieferer wurden kräftig gedrückt – Herr Lopez wußte ja was, wer, wem, wo lieferte und welche Preise die Konkurrenten bezahlten. Dafür bekamen die Top-Manager der Zulieferer wie in USA üblich schöne Plaketten „Top Supplier of the Year“ für den Schreibtisch und wurden mit Damen zu einem Recognition Event in Nobelhotels eingeladen. Die Damen bekamen zuätzlich noch wertvollen Schmuck. Kein Wunder daß die Damen ihren angetrauten Managern viel Druck machten, damit sie auch im nächste Jahr dabei sein durften.

Übliche Preisdrückermethoden der Automobilhersteller sind dabei z.B. Kostenreduktion für Abnahmegarantien von großen Stückzahlen komplexer Bauteile, die Zulieferer zu hohen Investitionen und Verlagerung der Arbeit in Niedriglohnländer zwingen, Drohungen bei anderen Zulieferern einzukaufen, Direktlieferung an das Montageband, Abschläge für Qualitätsmängel usw. Die alte Regel, daß man für jedes Zulieferteil zwei Lieferanten haben muss, wurde schon längst für einen höheren Profit aufgegeben.

Überspannt man den Bogen verlieren die Zulieferer natürlich die Lust und würden gerne aus den Verträgen aussteigen, was in der Regel den Bankrott ihrer Firma und die Entlassung der Manager und der Angestellten bedeuten würde. VW konnte sich bisher darauf verlassen, daß die Zulieferer diese Hemmschwelle nicht überschreiten.

Da die VW Manager ziemliche Scheuklappen haben (siehe Abgasskandal) haben sie aber eine Entwicklung in der US Finanzindustrie übersehen oder falsch bewertet.

Erkennt das Management eines Zulieferbetriebes, daß die Firma kaum noch Gewinn erwirtschaften kann und ihnen die Banken den Kredithahn zudrehen müssen (BASEL III),  verkaufen sie das Unternehmen an US Finanzhaie oder nehmen hohe Anleihen auf. Dabei fließt häufig Schmiergeld. Die Finanzhaie leihen sich dafür aus dem „schwarzen“ , unregulierten Finanzsegment Geld und geben dem Zulieferer einen hohen Kredit. Die regulären Banken können durch die strenge EU Regulierung keine Kredite mehr geben. Damit hat man ein ideales Betätigungfeld für Finanzhaie geschaffen. Diese wissen genau, daß die faulen Kredite platzen werden, da sie das Geld aber nur geliehen haben, tut das nicht weh, wenn man gleichzeitig eine Kreditausfalleversicherunf abschließt. Das hat beim Immobiliencrash in USA funktioniert und wird in Europa ähnlich gut funktionieren.

Man kann sich auf dem Derivate Markt für wenig Geld eine Kreditausfallversicherung kaufen (Siehe 2011:  Das Kartenhaus Kreditausfallversicherung (CDS) wackelt in der Euro Krise).  Neuerdings verkaufen deutsche Banken solche windigen CDS auch an Otto Normalverbraucher! Nun kann die Zulieferfirma ruhig Pleite gehen. Die Finanzhaie verlieren kein eigenes Geld und haben über Vermittlungsgebühren, Gutachten, Verträge usw einen größeren Teil des Fremdgeldes in ihren Besitz gebracht. Eine Drohung von VW, keine Geschäfte mehr mit dem Zulieferer machen zu wollen, wirkt nicht. Die Finanzhaie nehmen keine Rücksicht auf das Vermögen der Zulieferfirma und die Angestellten. Da die Finanzverträge meist mit amerikanischem Recht in New York abgeschlossen werden, haben die nationalen Aufsichtsbehörden keine Chance regulierend einzugreifen. New York ist für den Vertragsabschluss besonders beliebt, da dort Verträge auch gültig sind wenn sie in betrügerischer Absicht geschlossen werden (Beispiel die Cross Border Leasingverträge der deutschen Kommunen).

Geht die Zulieferfirma Pleite, können die Finanzhaie sie billig aufkaufen, die Patente und Maschinen der Zulieferfirmen verscherbeln oder die Firma billig aufkaufen und neue Lieferverträge zu besseren Konditionen abschließen. Da VW die Teile dringend braucht, hat man da wohl wenig Spielraum.

Hört man sich an den Bars in den besseren Hotels der EU Länder im Osten um, so findet man ganze Rudel von Finanzhaien, die mit den lokalen Managern der Automobilzulieferer solche dubiose Geschäfte abschließen wollen. Dabei ist VW ein beliebtes Ziel der Attacken der Finanzhaie, da VW zur Zeit keine flüssigen Mittel hat um solche Angriffe abzuwehren. Vielleicht sollten sich die Top Manager von VW bei der Deutschen Bank erkundigen wie man eine deutsche Weltfirma ruinieren kann, wenn man sich von den Finanzhaien auf den Pfad der Untugend führen läßt. Da die Finanzindustrie immer mehr reguliert wird, kann man das große Geld heute nur noch über einen Umweg in der Realindustrie machen.

PS Wer etwas über die neuesten Tricks der Finanzhaie erfahren möchte sollte im Sommer die teuren Bars (meist wird das Budget nur für einen Drink reichen) und Restaurants an der Cote d’Azur besuchen und die Ohren offen halten. Die Finanzhaie jeglicher Couleur prahlen da bei ihren Incentivereisen ungeniert, wie sie die Deals eingefädelt und ihre Gegenspieler sowie ihre Klienten reingelegt haben. Offensichtlich glauben sie wie alle Amerikaner, daß auch die Europäer nur ihre Landessprache beherrschen. Natürlich bleibt unerwähnt, daß der eine oder andere Deal schiefgegangen ist. Das ist in diesen Kreisen aber kein Makel sondern ein Befähigungsnachweis.

 

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Identität, Staatsangehörigkeit, Rechte und Pflichten

Ein Rheinbund Gewinner

Wer kennt den?

Im lokalen Dorf war das Leben früher recht einfach. Man kannte sich im eigenen Dorf, Fremde waren leicht zu identifizieren und die Pflichten und Rechte des Einzelnen waren durch seinen Geburtsort und seinen Stand bestimmt. Amtlich wurde die Identität durch einen Eintrag in das Kirchenbuch bestätigt, der Pfarrer war die Instanz, die das Geburtszertifikat ausstellte und damit die Identität schuf. Der Staat spielte bei der Identifikation und der Zertifizierung seiner Bürger keine Rolle. Man übernahm die von der Kirche gelieferte Identität. In vielen Staaten gibt es noch heute dieses System. So kann man auch heute noch in Griechenland (aber auch in vielen anderen Staaten) ein günstiges Geburtsdatum beim Popen kaufen, je nachdem ob man z.B. früher oder später in Rente gehen möchte.

Die Bürger gehörten als Leibeigene einem Adligen, waren Bürger einer Stadt oder waren Untertanen eines regionalen Herrschers. Damit waren viele Pflichten und meist wenige Rechte verbunden. Die wichtigste Pflicht war die Steuerpflicht und die Pflicht Fron- und Kriegsdienste zu leisten,  wann immer der jeweilige Herr es wollte. Um von einem Land in das andere zu reisen, benötigte man einen Passierschein (PASS) des Herrn. Der Pass berechtigte zur legalen Ausreise aber natürlich nicht zur Einreise in beliebige andere Staaten. Das ist bei modernen Pässen noch heute so.

Vor der Erfindung der Fotografie war der Pass ein einfacher Brief, der natürlich von Könnern (speziell die Mönche waren da Meister) beliebig gefälscht werden konnte. Heute werden Pässe für die Bürger vom Staat ausgestellt und die Identität durch Foto, Unterschrift und biometrische Daten (Fingerabdruck) gesichert. Das erschwert, aber verhindert nicht die Fälschung der Ausweise und Papiere durch Kriminelle und Regierungen.

Bürger wurde man, wie heute noch in USA, durch Geburt auf dem Territorium eines Staates (USA) oder durch Vererbung vom Vater (Deutschland). Ein US Bürger bleibt z.B. in USA steuerpflichtig egal in welchem Land er wohnt. Will ein US Bürger sein Vermögen ins Ausland transferieren, muss er dafür Exportsteuern bezahlen. Deshalb flieht Bill Gates vor der Steuer nicht in die Schweiz! (Schweden macht es da dem IKEA Gründer einfacher.) Das Wahlrecht erhält der US Bürger nicht automatisch, er muss sich dafür registrieren lassen. Dafür schützt die USA  ihre Bürger weltweit notfalls durch Einfall von US Militärs in andere Länder.

In Deutschland wird das Bürgerrecht immer komplexer. Deutsche Bürger können eine zweite Staatsbürgerschaft haben – inzwischen gibt es sogar die ersten deutschen Bürger mit drei und mehr offiziellen Staatsbürgerschaften. Meist sind diese Superbürger in mehren Ländern wahlberechigt (oder sogar wahlpflichtig wie z.B. in Brasilien oder Australien) und können frei wählen, welche Staatsbürgerschaft sie gerade in Anspruch nehmen. Auf die Frage, ob er nicht Angst vor Verfolgung durch Erdogananhänger habe, antwortete ein junger Türke in Stuttgart: „Ich bin deutscher Bürger und Deutschland wird mich schon heraushauen wenn ich Probleme bekomme!“. Der deutsche Pass ist sehr begehrt, kann man doch damit in wesentlich mehr Länder problemlos einreisen als mit z.B. einem türkischen Pass. Die deutsche Staatsbürgerschaft ermöglicht den Zugang zu allerlei sozialen Leistungen auch wenn der Bürger keine Steuern in Deutschland bezahlt hat.

Einen zweite Staatsbürgerschaft zu haben ist äußerst geschickt – als Franzose,  Spanier oder Schweizer kann man in den Ländern z.B. problemlos Immobilien erwerben, und unterliegt nicht den Restriktionen für Ausländer. Hat man mehrere Staatsbürgerschaften kann man z.B. mehrere Führerscheine, Kranken- und Sozialversicherungen, Geldanlagen tätigen (z.B. als Schweizer Bürger) usw. Die zusätzlichen Pflichten, die aus einer mehrfachen Staatsbürgerschaft erwachsen, sind meist gering sobald es keine allgemeine Wehrpflicht in den Zweit- und Drittstaaten gibt.

Als deutscher Bürger mit nur einer Staatsbürgerschaft ist man ein Bürger zweiter Klasse ohne all die Rechte der Mehrstaatler. Die deutsche Gesetzgebung muss auf die Mehrstaatlichkeit mit allerlei abstrusen Gesetzen eingehen, weil die deutsche und EU Gesetzgebung dem Richter, anders als im englischen System, keinen Ermessensspielraum einräumt. Wie wird z.B. ein deutsch-amerikanisches Ehepaar, das nach amerikanischem Recht geheiratet hat, bei der Scheidung in Deutschland behandelt – das ist schon bei nur einer Staatsbürgerschaft/Ehepartner äusserst kompliziert (Viel Spaß bei der Diskussion von Fällen)? Wie wird z.B. ein saudi-arabischer Bürger mit vier legalen Frauen (der aber nur eine angibt) bei der Einbürgung behandelt? In Deutschland kann es auch sinnvoll sein, seinen ausländischen Pass zu verbrennen (oder zu verstecken) um als Staatenloser einzureisen.

Die alte Regel, daß jeder die Regeln und Gesetze des Landes einhalten muss, auf dessen Territorium er sich gerade befindet, gilt schon lange nicht mehr. Es gibt unzählige Ausnahmen und Sonderregelungen. Die USA akzeptieren für ihre Bürger  die Gesetze anderer Staaten nicht bedingungslos. Da gilt das Gesetz des Stärkeren.

Besonders interessant wird das globale Geflecht von Identität, Recht und Gesetz im Internet. Der Staat Facebook mit eigenen Regeln und Gesetzen hat 1.5 Milliarden Bürger, die sich sogar freiwillig haben einbürgern lassen. Ähnlich wie bei vielen Staaten können die Internetbürger nur zustimmen und haben keine Mitbestimmungsrechte. Die globale Identitätsvergabe machen Facebook und Google unter sich aus.  Der typische Bürger bewegt sich heute in vielen Rechtsräumen z.B. als Mitarbeiter einer internationalen Firma, als Anhänger einer Religion oder in quasi-religiösen Gruppen, deren „Gesetze“ akzeptiert werden, egal ab sie mit den Gesetzen des eigenen Staates verträglich sind oder nicht. Als Identität dient z.B. die Telefonnummer oder eine Vielzahl von Kombinationen von Benutzername/Passwort. Eine ideale Situation für Identitätsräuber.

In der Politik wird die Bedeutung der globalen Identität der Bürger als Nachfolger der Staatszugehörigkeit noch nicht erkannt. Man kämpft an vielen Fronten mit der Auflösung der Staatlichkeit ohne nach neuen Konzepten zu suchen.

Die Jugend ist da schon weiter und identifiziert sich durch soziale Netzwerke in Facebook, YouTube usw . Das  Netzwerk Deutschland gibt es dort nicht.

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Rentner wollt ihr nicht ewig leben – fahrt Fahrrad

Zeit der Wende

Zeit der Wende

Das höchste Glück des Ökobürgers ist die Verringerung des persönlichen CO2 Fußabdrucks. Wer an 200 Tagen jeweils 6 km mit dem Fahrrad, anstatt mit dem Auto fährt, kann laut WWF, 320 kg CO2 und 190 € für Benzin einsparen. Wie fast immer bei den Ökos wird dabei ein bischen geschwindelt. Nur wenige Leute fahren täglich 6 km mit dem Auto ( ich wohne z.B. in der Stadt und laufe meistens) und bei vielen kurzen Autofahrten fahren Kinder oder Gepäck mit. Da der Durchschnittsdeutsche etwa 11 000 kg CO2 Produktion / Jahr verursacht, ist der Sparbeitrag des Fahrradfahrens nur etwa 3%. Die Kosten für das Fahrradfahren werden natürlich nicht berücksichtigt. Es gibt weit wirksamere Methoden CO2 einzusparen, z.B. nicht in den Urlaub zu fliegen.

Überzeugte Fahrradfahrer betonen aber gerne, daß Fahrradfahren (selbst bei Abgasen in der Stadt) der Gesundheit diene.

Verkehrsunfälle Schweiz 2015

Verkehrsunfälle Schweiz 2015

Die offizielle Unfallstatistik der Schweiz (Statistik Schweiz, Schweizerische Eidgenossenschaft) zeigt aber, daß es 2015 mehr schwerverletzte Radfahrer (1001) als schwerverletzte Autofahrer (882) gab. Besonders stark steigen die schweren Unfälle mit E-Bikes, das propagierte Fahrrad für Rentner, an. Die Schweiz hat also den ökologischen Umstieg vom Auto zum Fahrrad bereits geschafft. Ein kleiner Trost – die Zahl der getöteten Autofahrer in der Schweiz ist zur Zeit noch größer als die Zahl der getöteten Fahrradfahrer.

Im Autoland Deutschland gab es 2014 bei Unfällen 1575 Todesfälle von PKW Insassen und 396 Todesfälle von Radfahrern (Quelle: DVR). Bezogen auf die Einwohnerzahl (Schweiz 8 Millionen, Deutschland 80 Millionen) gab es in Deutschland 100% mehr Schwerverletzte in PKWs aber nur 40% Schwerverletzte bei Fahrradunfällen. Die Deutschen fahren wohl zu viel Auto und zu wenig Fahrrad oder sind die deutschen Radfahrer vorsichtiger weil sie wissen, daß viele unvorsichtige Autofahrer unterwegs sind.

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Idiotologie des deutschen Automobilkartells

Benz1Verblüfft reibt sich Otto Normalbürger die Augen: 14 Jahr lang haben Europas führende Lastwagenhersteller die Preise abgesprochen und müssen jetzt hohe Kartellstrafen zahlen. Ganz vorne mit dabei, Deutschlands Vorzeigeunternehmen Daimler mit 1 Milliarde € Strafe. Von diesen Absprachen will im Kartellamt und in der Politik niemand etwas bemerkt haben. Herausgekommen ist das Ganze nur durch eine Selbstanzeige der VW Tochter MAN. Die Manager haben wohl im Zuge der Ermittlungen im Abgasbetrugs kalte Füße bekommen. Das Kartellamt selbst hätte das wohl nie öffentlich gemacht.

Interessant ist, daß nicht nur die Preise sondern auch die Technologien abgesprochen wurden. Neuerungen wurden nicht von einer Firma, sondern immer im Verbund eingeführt damit sich die Marktanteile nicht wesentlich ändern und man u.a. die Preise der Zulieferfirmen kontrollieren kann. Für diese Absprachen gibt es aber in unserem System keine Überwachung und keine Strafen.

In der Politik und im Kartellamt kommt offenbar niemand auf die Idee, daß es in Deutschland bei Personenwagen ein ähnliches Kartell gibt. Will man als Privatkunde aber ein deutsches Auto kaufen fällt sofort auf

  • Alle sogenannten Premiumanbieter also Audi, BMW und Mercedes haben eine ähnliche Modellpalette. Vom Kleinwagen bis zur Luxuslimousine werden ähnliche Modelle angeboten. Motoren, Elektrik, Fahrwerk- und Karosseriekomponenten sowie die neuen elektronischen Assistsysteme sind alle ähnlich. Moderne Komponenten werden meist erst Jahre nach der Einführung in Japan oder Frankreich in deutsche Premiumsysteme eingebaut (Das erste Hybrid Auto gab es bei Toyota 1887). Vorsprung durch Technik der deutschen Autos war einmal.
  • Die Diesel Technologie wird in Deutschland eindeutig bevorzugt u.a. weil man dafür höhere Preise verlangen kann.
  • Die Preise sind ganz offensichtlich abgesprochen – Mercedes darf etwa 10% teurer sein als BMW und Audi. Alle Premiumanbieter drängen die kleinen Autohändler und Werkstätten mit diversen Tricks aus dem Markt. Man fordert z.B. eine teure Ausstattung der Verkaufsräume, verringert die Margen für den Verkauf oder fordert  „Qualifizierung“ mit teuren Zertifikaten für die Servicemitarbeiter.
  • Die Automobilfirmen versuchen sich einen größeren Anteil an der Wertschöpfungskette zu sichern. Wer heute ein Auto kaufen und bar bezahlen will, ist nicht mehr interessant. Der Verkäufer möchte einen Leasingvertrag mit Finanzierung und Versicherung sowie Bindung an den Service des Herstellers verkaufen.
  • Die kleinen Werkstätten werden ausgeschaltet, obwohl deren Service meist um Klassen besser ist als der Service der Hersteller.

Nun könnte einem als Käufer die Strategie der Hersteller eigentlich egal sein, wenn die Lobbyisten der Autoindustrie es nicht geschafft hätten, die Politik massiv zu beeinflussen und den Automobilfirmen mannigfaltige Vorteile auf Kosten der Kunden zugeschanzt hätten.

In Deutschland gibt es eine offene Subventionierung der Automobilindustrie durch auch privat genutzte Geschäftswagen. Zwei Drittel der Neuwagen wurden 2015 an gewerbliche Kunden verkauft.  Das entspricht einer Subventionierung von etwa 5 Milliarden €. Dabei werden besonders gerne ökologisch und ökonomisch unsinnige Automodelle mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu 250 km/h und mehreren Tonnen Gewicht an die Geschäftskunden verkauft.

Durch die fehlende Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen werden Autos mit unsinnig hoher Leistung propagiert und von den ADAC und BILD hörigen Kunden auch gekauft. Die meisten Autos in Deutschland fahren auf Wechsel.

Ein typischer Mittelklassewagen benötigt für eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h etwa 64 PS, für 200 km/h schon 130 PS und für 250 km/h 237 PS. Idiotologie Spitzenreiter ist der von VW entwickelte Bugatti mit 435 km/h Spitze und 1200 PS. So ein Auto brauchen wohl nur VW Manager, die vor amerikanischen Anwälten fliehen wollen. Einen besonderen Trick hat sich die Automobillobby bei der Bewertung der Umweltfreundlichkeit der Autos ausgedacht. So hat ein kleiner SMART die Effizienzklasse B. Ein Mercedes S Klasse wird dagegen in Effizienzklasse A eingestuft, obwohl dieses Auto ja wesentlich mehr Kraftstoff verbraucht und auch mehr Schadstoffe ausstößt.  Die Autolobby hat es geschafft, daß in die Berechnung der Effizienzklasse das Gewicht des Fahrzeugs eingeht. Das S Klasse Modell stößt fast die doppelte Menge an CO2 aus wie ein SMART, ist aber „effizienter“ weil er mehr wiegt! Hier greift der „mexikanische Kühlschrankeffekt“. Die mexikanische Regierung wollte Strom einsparen und bezahlte eine Abwrackprämie für kleine, alte ineffiziente Kühlschränke wenn sich der Kunde einen neuen Kühlschrank der Effizienklasse A kauft. Die Mexikaner machten eifrig mit und kauften neue riesige Kühlschränke mit Eisspender der Effizienzklasse A. Leider brauchten diese Kühlschränke aber noch mehr Strom als die alten Kühlschränke. Ähnlich sitzt der deutsche Ökoautomobilist, z.B. der grüne Kretschmann, in einer effizienten S-Klasse und ist überzeugt wesentlich zum Schutz des Klimas beigetragen zu haben.

Die von der Industrie gewählte Dieseltechnologie wird in Deutschland massiv durch eine um 0.22 € niedrigere Steuer/l für Diesel unterstützt. In der Schweiz ist die Steuer auf Diesel z.B. höher als Benzin, da in der Schweiz die Kraftstoffsteuer für die Nutzung der Straßen erhoben wird.

Die Kraftfahrzeugsteuer in Deutschland wird auf den Hubraum und auf den Schadstoffausstoß erhoben. Das hat zusammen mit nicht begrenzten Höchstgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen zu einer verhängnisvollen Entwicklung geführt. Da ein Motor mit weniger Hubraum in der Herstellung auch billiger ist, haben die Automobilfirmen bei Dieselmotoren die Verdichtung soweit erhöht, dass immense Mengen von Schadstoffen entstehen, die mit teuren kleinen Chemiefabriken (Katalysator) reduziert werden müssen. Bei längerer Laufzeit zerlegen sich die Katalysatoren und werden als Giftmüll am Straßenrand deponiert – das wird aber nicht gemessen. Diesen immensen Aufwand muß der Kunde natürlich teuer auch bei Reparaturen bezahlen.

In der Werbung und bei der Konstruktion der Autos wird in Deutschland nach wie vor auf die Höchstgeschwindigkeit, die Beschleunigung und neuerdings auch auf Umweltverträglichkeit abgehoben. Die Bemühungen zur Einsparung von Kraftstoff durch Dieselmotoren werden durch den Trend zu größeren Fahrzeugen (SUVs) egalisiert. Der Verbrauch von Benzin- und Diesel in Deutschland ist von 2006 bis 2015 etwa gleich geblieben. Jetzt soll aber alles besser werden.

Will man den Kraftstoffverbrauch und damit den Schadstoffausstoß signifikant verringern, sind hybride Autos mit einer Kombination von Verbrennungsmotor und Elektromotor mit einer Batterie für < 50 km Reichweite zur Zeit die beste Lösung. Bei den Batterien kann man in den nächsten Jahren sowohl das Volumen als auch den Preis etwa halbieren – alles andere an den Autos wird teurer! Besonders in den Städten könnte man mit Hybridfahrzeugen die Luftverschmutzung signifikant verringern und gleichzeitig den von privaten Solardächern erzeugten überschüssigen Strom sinnvoll nutzen. Leider ist hier der Marktführer Toyota den deutschen Firmen technisch weit voraus. Interessant ist hier z.B. der Ansatz einen kleinen Benzinmotor für den Vorderradantrieb mit einem Elektroantrieb für die Hinterräder zu kombinieren. Man erhält damit einen 4 Rad Antrieb und die von den Deutschen gewünschte hohe Beschleunigung aber auch ein Elektrofahrzeug für kurze Stadtfahrten zu einem ähnlichen Preis wie ein Dieselfahrzeug mit Vierradantrieb.  Ohne Kardantunnel kann man den Innenraum des Autos flexibel nutzen. Die Batterie kann man z.B. unter dem Fahrzeugboden unterbringen. Die Insassen sitzen dann etwas höher, können leichter ein- und aussteigen und haben ein „SUV Gefühl“ ohne daß sie bei hohen Geschwindigkeiten das Gefühl haben mit einer Schrankwand auf der Autobahn unterwegs zu sein. Der hybride  BMW 2er Active Tourer, ein MiniVan  ist ein schönes Beispiel wie ein praktisches Auto der Mittelklasse in Zukunft aussehen könnte. Die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreicht man mit einem 1.6 l Benzinmotor (Autos mit mehr als 1.6 l Hubraum werden in China jetzt mit hohen Seuern belastet!). Diese Geschwindigkeit ist für die meisten Autofahrer (außer den Testern von Auto Bild) wohl mehr als ausreichend. Der Elektromotor sorgt für rasante Beschleunigung und Aufladung der Batterie beim Bremsen.

Leider hat BMW bei diesem Modell so ziemlich alles falsch gemacht, was man bei der Einführung einer neuen Technologie falsch machen kann. Man hat als Basis die herkömmliche 2er Plattform genommen und offensichtlich an allen Ecken und Enden gespart. Der kleine Benzinmotor ist hoch verdichtet und ist so laut wie ein Diesel – wahrscheinlich brauchen die Benziner wegen der hohen Verdichtung demnächst auch einen Katalysator.

Normale Menschen können in dem BMW Active Tourer nicht richtig sitzen und nicht bequem ein- und aussteigen (bei TESLA gibt es Flügeltüren!). Zielgruppe für die Sitze sind offensichtlich junge aktive Menschen mit Kleidergrößen M / 38. Dabei wäre das Fahrzeug ideal für die große Gruppe der Familien und aktiven Rentner. Fahrkomfort spielt bei deutschen Herstellern der oberen Mittelklasse keine große Rolle. Bei 130 km/h sind die Fahrzeuge genauso laut wie bei einem Billigmodell. Die Federung der Fahrzeuge ist den Anforderungen der zerfallenden deutschen Straßen nicht gewachsen. Ein- und Ausstieg, speziell auf den engen deutschen Parkplätzen, erfordert eine Einführung durch einen Yogalehrer. Originalton Autoverkäufer: „Jetzt zeige ich Ihnen mal wie man in das Auto richtig einsteigt!“ Eigentlich bräuchte man Schiebetüren.

Die Verkäufer legen auf die für den Kunden wichtigen Eigenschaften eines Autos offensichtlich keinen Wert. Gepriesen werden dagegen die neuen „Assistenzsysteme“, die eigentlich noch nicht richtig funktionieren und offensichtlich von Anfängern konzipiert und programmiert wurden. Immer wieder blinken und pfeifen die Systeme um ihre Nichtfunktion anzuzeigen. Ergonomie a la APPLE sucht man da vergeblich. Die deutschen Automobilhersteller (und Bosch) haben auch kein Konzept wie sie die Software in den Fahrzeugen über längere Zeit pflegen und auf dem neuesten Stand halten. Für Softwareupdates soll man in die Werkstatt! Die Manager in den Chefetagen sind auf Motoren fixiert und digital naiv. Man sieht schon die großen Rückrufaktionen und Schadenersatzprozesse auf die deutsche Automobilindustrie zurollen. Die amerikanischen Fans des autonomen Fahrens würden ihre Software nur zu gerne in Deutschland ausprobieren. Klagen von Kunden werden in Deutschland ja durch die Politiker auf Druck der Autolobby unterdrückt.

Schaut man sich Entwicklung der Automobilindustrie näher an, so wurden in den letzten 10 Jahren die Fortschritte hauptsächlich durch Neuerungen in der Elektrik (Steuerung von Motor und Getriebe, Lenkung Federung), der Elektronik und der Software erzielt. Die Schlüsselkomponenten kommen dabei aus Asien und USA. Nur Bosch hat noch eine kleine Halbleiterfertigung, die aber auch wohl bald aufgegeben werden muss. Die Softwarekompetenz der Automobilfirmen ist bescheiden. Man benötigt für neue Funktionen wie Bilderkennung, „Künstliche Intelligenz“, Fabriksteuerung, Mobilität die Hilfe kleinerer Firmen aus dem Ausland. Man hofft in den Management Etagen offensichtlich, daß die eigenen Mitarbeiter irgendwie von diesen Firmen lernen. Das funktioniert aber bei komplexen Technologien (Batterie) und Software nicht. Dort gilt: the winner takes it all. Mal sehen ob sich die deutsche Automobilindustrie im globalen Technologieumfeld behaupten kann. Vielleicht sollten sie mal bei der Telekommunikationsindustrie (Nokia, Siemens) einmal nachfragen, wie man vom Markt verschwindet, wenn man zu lange idiotologisch auf dem hohen Roß reitet..

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Wer bestimmt eigentlich was wir wollen – Klimaschutz

Berlin HdrIn Deutschland nach dem Krieg wussten die Menschen noch recht gut was sie wollten – genügend zu essen und ein Dach über dem Kopf. Damit waren schon 80% der Wünsche von 80% der Bevölkerung erfüllt. Später kamen das gute Einkommen, das eigene Haus und das eigene Auto sowie die Urlaubsreise nach Italien auf die Wunschliste. Diese Wünsche waren höchst real und die Erfüllung der Wünsche war leicht meßbar bis auf den Wunsch mit dem Himmel – aber auch von Verstorbenen hat man nie Klagen gehört.

Beim Treffen der Flüchtlinge war eine Standardfrage: „Hast du schon ein Haus“? Als dann die Standardfrage lautete „Wieviele Häuser hast Du?“, wurde es schon komplizierter.

Heute werden in der deutschen Überflussgesellschaft Wünsche auf verschiedenen  Informationskanälen vermittelt und in komplexen sozialen Prozessen etabliert. Die Deutschen wollen z.B. heute mehrheitlich daß das Weltklima gerettet und der IS ausgerottet wird. Interessant ist dabei, daß nur ganz wenige Todesfälle in Deutschland dem IS zugerechnet werden können aber  2015 im Straßenverkehr 3459 Bürger, meist durch Mitbürger, getötet wurden. Leider gibt es keine konkreten Zahlen für die Ausgaben zur IS Bekämpfung in Summe wird Deutschland wohl weniger als 1 Milliarde  € / Jahr für die Bekämpfung des IS ausgeben. Bei der Versammlung von 40 Staaten, die den IS Bekämpfen wollen, hat man sich auf einen Etat von 2 Milliarden geeinigt – außer Deutschland zahlt aber fast kein Staat ein! Ein Großteil des Geldes versickert dabei an Behörden und die Bundeswehr, die man sowieso bezahlen müßte egal was sie gerade tun. Allein in den neuen, sinnlosen Bahnhof in Stuttgart werden aber in den nächsten 5 Jahren mehr als eine Milliarde €/Jahr versenkt, obwohl die Bürger in Stuttgart den Bahnhof gar nicht wollen. Unsere Politiker nehmen die Bekämpfung des IS wohl nicht so ernst.

Weit einfacher scheint es da beim Klimaschutz zu sein. ursprünglich wollten die Bürger, daß die Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden. Entgegen aller Unkenrufe scheint das auch ohne größere technische Probleme möglich zu sein. Die Bürger müssen dafür eben höhere Strompreise bezahlen. Das haben sie auch ohne Murren gemacht. Nun wurde von verschiedenen Interessengruppen aber der Weltuntergang durch höhere CO2 Werte auf der Welt vorhergesagt, obwohl der Einfluss von CO2 auf das Klima beim heutigen Stand der Technik nicht gemessen werden kann.

Will man den CO2 Ausstoß in Deutschland aus welchen Gründen auch immer verringern, ist die Abschaltung der Atomkraftwerke natürlich das Dümmste was man machen kann zumal die Franzosen ihre Atomkraftwerke nicht abschalten. Leider kommt der Wind in Deutschland zumeist aus Frankreich und die Gefahr der atomaren Verseuchung bei einem Unfall in einem Atomkraftwerk sinkt in Deutschland nur geringfügig. Was die Bürger wollten hat man mit den getroffenen Maßnahmen gar nicht erreicht. Das erzählen die Politiker aber auch die Mehrheit der Medien zahlenden Bürgern aber nicht.

Dafür wurde den Politikern, getrieben von gut organisierten Umweltgruppen und Wissenschaftlern, die  auf viele Forschungsgelder hoffen, Ziele für die Reduktion des CO2 Ausstoßes in Deutschland aufgedrückt. Dabei haben die Lobbyisten der Industrie dafür gesorgt, daß die größte Last dabei die Endverbraucher tragen sollen. Mit Bauvorschriften und vielen neuen Behörden wird der Bürger gezwungen, Geld für Dinge auszugeben, die er eigentlich gar nicht will. So muß z.B. die Oma, die mit 87 Jahren noch in ihrem Häuschen wohnt, eine neue Heizung installieren, obwohl der Enkel schon die Umbaupläne für das Haus (nach dem Ableben der alten Dame) in der Schublade hat. Hausbesitzer installieren Photovoltaik Anlagen in Städten obwohl die Kosten für die Instandhaltung und die jährliche Reinigung bei hoher Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr höher sind als der Erlös von Strom, den sie ins Netz speisen.

Der Strom und andere Energie wird auch nicht billiger, wenn z.B. der Strom durch Windräder und Photovoltaik erzeugt wird. Die Energieunternehmen haben einfach ihr Businessmodell geändert. Die Verbraucher bezahlen in Zukunft hohe Preise für Windräder, Photovoltaikanlagen, die Netze und deren Unterhalt. An der Energie selbst ist durch den regulierten Markt keine genügende Rendite mehr zu erzielen. Obwohl Deutschland mehrere hundert Milliarden in den Ausbau der „erneuerbaren“ Energien gesteckt hat, führt das nur zu einer unmerklichen Verringerung des weltweiten CO2 Ausstoßes. (Zum Vergleich – in die Energieforschung investiert Deutschland etwa 240 Millionen € im Jahr!)Im Schnitt bezahlen die Deutschen 122 € um eine Tonne CO2/Jahr einzusparen. Damit hat Deutschland keine Vorbildfunktion im Klimaschutz – keine andere Nation kann sich diesen Unsinn leisten.

Der Dänische Statistiker Björn von Blomberg hat eine rechnerische Verzögerung des globalen Temperaturanstiegs durch die deutsche Energiewende von 2 Wochen errechnet. Die deutsche Energiewende ist als Maßnahme zur CO2 Reduktion ziemlich sinnlos. Es ist aber aus Sicht der Politiker ein exzellentes Programm um sinnlose Ausgaben zu verursachen und damit die Konjunktur anzukurbeln.  Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts im Auftrag des Umweltschutz Bundesamtes (UBA)  „Beschäftigungsmotor Klimaschutz“ sollen bis 2020 bis zu 480 000 neue Arbeitsplätze in Deutschland durch unsinnige Klimaschutzmaßnahmen entstehen. Die Studie ist wie so oft reiner Unsinn. So soll z.B. die Kaufkraft der Bürger gestärkt werden, weil sie weniger Geld für Heizung und Strom ausgeben müssen. Dabei wird total vergessen, dass Bürger ja große Investitionen für die Einsparung von Energie machen müssen – meist mit Schulden. Die Mieten in „sanierten“ Wohnungen werden deshalb so erhöht werden, dass den Mietern weniger Geld bleibt. Richtig ist, daß Bau und Wartung der komplexen Energieanlagen viele unnütze Arbeitsplätze schaffen wird.

Als Vorteil wird auch gepriesen, dass Deutschland durch die Energiewende weniger Öl und Gas importieren muß. Das ist gesamtwirtschaftlich ein ziemlich dummes Argument da Deutschland bereits heute mit einem riesigen Exportüberschuss einen Teil seiner Produkte ohne reale Gegenleistung verschenkt. Viele Länder wie Rußland, Iran, Irak, Venezuela, Algerien  usw, die ihren Aufbau mit den Einnahmen aus Öl- und Gasexporten finanzieren, können bei uns dann keine Produkte mehr kaufen, werden total verarmen und ihre Bürger dann in die gut isolierten Wohnungen nach Deutschland schicken.

Will man CO2 schnell und wirksam reduzieren raten die Experten möglichst schnell den Verbrauch von Kohle weltweit einzustellen und auf Gas umzustellen. Bei der Energieerzeugung durch Gas wird 45% weniger CO2 freigesetzt als bei Kohle. Die USA haben durch die Umstellung auf Gas ihren CO2 Ausstoß gegenüber 2007 um 14% verringert. Die USA haben anders als die Deutschen ihre vereinbarten CO2 schon fast erreicht.

Unsere Umweltministerin Barbara Hendricks (Promotion über die Geschichte der Margarineindustrie am Niedrrhein)  liest offensichtlich keine wissenschaftlichen Publikationen. Nach ihren Plänen soll Gas in Deutschland bis 2050 abgeschafft werden. Ein Trost – so lange bleibt Frau Hendricks sicher nicht Umweltministerin.

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